Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Polypille zur Primärprävention? APOTHEKE ADHOC, 20.09.2019 09:28 Uhr

Berlin - Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit für einen Großteil der Krankheitsbilder und Todesfälle verantwortlich: Blutdruck- und Cholesterinsenker, sowie Blutverdünner zählen daher zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Im Iran zeigt derzeit eine Polypille erste Erfolge zur Primärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht. Die Daten weiterer Studien werden in Zukunft erwartet.

Teilnehmer der publizierten Studie waren Menschen über 50 Jahre: Sie erhielten täglich eine Polypille bestehend aus zwei Blutdrucksenkern, einem Statin und Acetylsalicylsäure (ASS). In niedrigen Dosierungen konnte die Kombination bei Menschen ohne Vorerkrankungen die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant senken. Bereits 2012 hat die randomisierte Studie im Iran begonnen: Im Rahmen der „Golestan Cohort Study“ wurden Ortschaften auf die Verteilung einer Polypille oder auf eine Kontrollgruppe randomisiert. In der Kontrollgruppe erhielten die Menschen nur die ortsübliche, minimale medizinische Versorgung.

Es wurden alle Einwohner im Alter zwischen 50 und 79 Jahren behandelt. Etwa jeder zehnte Studienteilnehmer hatte jedoch bereits ein schweres Herz-Kreislauf-Ereignis erlitten und mehr als drei Viertel hatten zuvor schon kardiovaskuläre Medikamente eingenommen. Entwickelt wurde die Polypille an der Universität Birmingham: Sie enthält 5 mg Enalapril, 12,5 mg Hydrochlorothiazid, 20 mg Atorvastatin und 81 mg ASS. Bewohner, die mit Husten auf den ACE-Hemmer Enalapril reagierten, konnten auf eine andere Polypille wechseln, die stattdessen 40 mg Valsartan enthielt.

Primärer Endpunkt der Studie war das Auftreten schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse: Dazu zählten koronare Ereignisse wie plötzlicher Herztod, Herzinfarkt, Angina pectoris oder Revaskularisierung, zerebrovaskuläre Ereignisse wie Schlaganfall oder tran­sitorische ischämische Attacken, sowie jegliche Hospitalisierungen wegen kardiovaskulärer Erkrankungen.

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