Verbraucherumfrage

Apothekerberuf ist attraktiv – aber nicht bei Jüngeren APOTHEKE ADHOC, 02.07.2019 08:10 Uhr

Berlin - Der Beruf des Apothekers ist in der Bevölkerung beliebter als viele andere Gesundheitsberufe. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine repräsentative Befragung des Vereins Gesundheitswirtschaft Rhein-Main. Allerdings scheint der Nachwuchs weniger begeistert von den Pharmazeuten zu sein als ältere Menschen. Wenig erfreulich sind die Ergebnisse auch für die Pflege – und für die Telemedizin.

In der Pflege herrscht auch deshalb so eine akute Personalnot, weil der Beruf als besonders unattraktiv gilt. Diese Auffassung hat die Befragung erneut gestützt. Die Stichprobe von 500 Befragten ist insbesondere für die wirtschaftlich starke Rhein-Main-Region mit ihren knapp sechs Millionen Einwohnern repräsentativ, wirft aber auch ein Schlaglicht auf die Wahrnehmung des Gesundheitswesens der Bevölkerung insgesamt. Die geht demnach davon aus, dass der Beruf des Apothekers zu den drei attraktivsten im Gesundheitswesen gehört. Danach gefragt, wie attraktiv verschiedene Gesundheitsberufe sind, gab mit 29 Prozent fast jeder Dritte an, der Apothekerberuf sei sehr attraktiv, jeder Zweite gab an, er sei eher attraktiv – insgesamt also 79 Prozent. Nur Ärzte (inklusive Zahnärzte) schlossen mit 82 Prozent und technische Berufe in der Industrie mit 80 Prozent besser ab. Auch die Arbeit an der Universität stellen die Befragten sich 78 Prozent noch ziemlich attraktiv vor.

Ab dem vierten Platz fallen die Zahlen: Psychotherapeut und Therapeut in einem Heilberuf kommen mit 69 und 67 Prozent auf den Plätzen 5 und 6. Sie sieht mit jeweils 21 Prozent nur gut jeder Fünfte als sehr attraktiv. Auch Berufe in der Verwaltung oder im Management werden offenbar nicht als sehr erstrebenswert angesehen: Zwar kommen sie insgesamt auch auf 67 Prozent, doch gerade einmal 16 Prozent halten sie für sehr attraktiv. Das ist aber immer noch erstrebenswert im Vergleich zu den Pflegeberufen. Sie landen mit 29 Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Mit 11 Prozent hält nur gut jeder Zehnte Pflegeberufe für sehr attraktiv.

Insbesondere unter älteren Mitbürgern genießen Apotheker demnach hohes Ansehen: Bei den über 60-Jährigen sind Apotheker mit 89 Prozent der zweitbeliebteste Beruf, nur Ärzte schneiden mit 90 Prozent minimal besser ab. Dreht man den Spieß um, ist das jedoch potentiell kein gutes Zeichen für die Pharmazeuten: Denn bei ihnen ist die Lücke zwischen jung und alt größer als bei anderen Berufsgruppen. Den 89 Prozent bei der ältesten Gruppe von Befragten stehen gerade einem 64 Prozent bei den 18- bis 39-Jährigen gegenüber. Hier rutschen die Apotheker auf den fünften Platz ab.

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