Repetitorium Übelkeit

Bei Amitriptylin besser kein Dimenhydramin APOTHEKE ADHOC, 08.06.2018 09:13 Uhr

Berlin - Übelkeit kann Nebenwirkung verschiedener Arzneimittel sein, aber auch durch andere Faktoren ausgelöst werden. Die Ursache ist jedoch nicht immer einfach zu bestimmen, ebenso kann es Hürden in der Behandlung geben. Denn auch Wechselwirkungen mit der Dauermedikation müssen beachtet werden. Problematisch kann es bei Amitriptylin und Dimenhydramin werden.

Fall: Eine ältere Kundin klagt über Übelkeit. Seit zwei Tagen fühle sie sich flau im Magen. Ihr sei schlecht, erbrechen müsse sie jedoch nicht. Die Ursache der Symptome lasse sich nicht bestimmen. Weder habe sie etwas Falsches gegessen, noch könnten Arzneimittel Schuld für das Befinden sein. Sie habe bislang pflanzliche Tropfen eingenommen, die jedoch keine Linderung brachten. Sie verlangt nach einem chemischen Arzneimittel. Zur Verfügung steht beispielsweise Dimenhydrinat. Im Gespräch weist die Kundin jedoch auf ihre Dauermedikation hin. Sie nehme seit etwa drei Jahren das Antidepressivum Amitriptylin, das sie immer gut vertragen habe.

Analyse: Dimenhydrinat sollte nicht zusammen mit Amitriptylin eingenommen werden. Das Antidepressivum kann die anticholinergen Nebenwirkungen des Antiemetikums in unvorhersehbarer Weise verstärken. Mundtrockenheit, Obstipation oder Harnverhalten sowie eine Erhöhung des Augeninnendrucks können die Folgen sein. Die kombinierte Anwendung sollte vermieden werden.

Amitriptylin gehört zur Stoffgruppe der trizyklischen Antidepressiva und wird zur Therapie depressiver Erkrankungen wie Episoden einer Major Depression eingesetzt. Weitere Indikationsgebiete sind die Therapie neuropathischer Schmerzen und die Prophylaxe chronischer Spannungskopfschmerzen oder Migräne. Der nichtselektive Monoamin-Wiederaufnahmehemmer besitzt anticholinerge, analgetische und sedierende Eigenschaften. Amitriptylin blockiert die Rückresorption und somit die Inaktivierung der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin. Die antidepressive Wirkung setzt jedoch erst nach etwa zwei bis vier Wochen ein.

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Markt

Online-Präsenz von Grippemitteln

Dolormin verliert Sichtbarkeit»

Naturkosmetik

Birkenstock-Kosmetik: Apotheke im zweiten Schritt»

Gesundheits-Apps

Apple Watch entdeckt 2000 Herzerkrankungen»
Politik

Westfälisch-lippischer Apothekertag

Spahn: Apothekengesetz kommt im April»

Medi24

Allianz steigt in die Telemedizin ein»

Apotheker beliefert Praxis

Verschenkte Kanülen sind keine Korruption»
Internationales

Erfolg mit E-Rezept

Tschechien: Ministerium will Rx-Versand zulassen»

USA

Apothekenkette Shopko ist am Ende»

USA

Apothekenkette: Kahlschlag bei Rite Aid»
Pharmazie

Lob für Studien zu Onpattro

G-BA: Beträchtlicher Zusatznutzen für fünf Wirkstoffe»

Aducanumab gegen Alzheimer

Studie abgebrochen: Hoffnungsträger erreicht Ziele nicht»

AMK-Meldung

Acara zum 15. März NV»
Panorama

WIRKSTOFF.A

Social-Media-Starterkit»

Digitalkonferenz

Apotheke digital: Die Tipps der VISION.A-Speaker»

Gallery of Inspiration

Ein Herz im 3D-Druck»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Erster Test mit KI-Apotheker»

Im Notdienstplan vergessen

Apotheke leistet 40 Jahre keinen Notdienst»

Wie geht das mit den Influencern?

Du sollst keine Liebe kaufen!»
PTA Live

PTA IN LOVE auf der Interpharm

Liebe auf den ersten Blick»

Pharmazie bei den Streitkräften

Bundeswehr kennt keinen PTA-Mangel»

Zahngesundheit

Zahncreme mit „Hallo-Wach-Kick“»
Erkältungs-Tipps

Verwechslungsgefahr

Grippe oder Erkältung?»

Kleine Pflanzenkunde: Kampferbaum

Wissenswertes über Campher»

Hausmittel

Propolis: Heilmittel aus dem Bienenstock»