EuGH-Urteil

Kopftuchverbot: Arbeitgeber entscheidet APOTHEKE ADHOC, 14.03.2017 13:11 Uhr

Berlin - Arbeitgeber dürfen das Tragen von Kopftüchern und anderen religiösen Zeichen unter bestimmten Umständen verbieten. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat heute in zwei Fällen hierzu entschieden. Demnach muss es eine allgemeine, diskriminierungsfreie Regel geben. Was für ein Kopftuchverbot nicht ausreicht, sind Beschwerden einzelner Kunden.

In Luxemburg wurden die Fälle von zwei Frauen aus Belgien und Frankreich verhandelt. Eine hatte bei einer belgischen Sicherheitsfirma gearbeitet und nach drei Jahren angekündigt, ihr Kopftuch nun auch während der Arbeitszeit zu tragen. Das widersprach allerdings den internen Vorgaben des Unternehmens. Dieses untersagte Arbeitnehmern generell, „sichtbare Zeichen ihrer politischen, philosophischen oder religiösen Überzeugungen zu tragen“.

Die Mitarbeiterin wurde entlassen und klagte dagegen vor Gericht. Doch in diesem Fall entschied der EuGH zu Gunsten des Arbeitgebers. Sie stelle keine unmittelbare Diskriminierung wegen der Religion oder der Weltanschauung im Sinne einer entsprechenden EU-Richtlinie dar. Denn dabei geht es um die Gleichbehandlung im Beruf. Bei Mitarbeitern mit Kundenkontakt kann ein Arbeitgeber demnach mit internen Vorgaben durchsetzen, den eigenen Kunden ein Bild der Neutralität zu vermitteln. Wichtig ist, dass die Regeln für alle Mitarbeiter gelten.

Allerdings hätte das Unternehmen in diesem Fall prüfen müssen, ob die Mitarbeiterin an einem Arbeitsplatz ohne Sichtkontakt mit Kunden hätte eingesetzt werden können, statt sie zu entlassen. Die Klärung dieser Frage geht nun zurück vor die belgischen Gerichte.
  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Pharmakonzerne

Boehringer erweitert Onkologie-Portfolio»

„Ambitioniert, aber erreichbar“

So plant die Sanacorp bis 2023»

Telemedizin

Doctolib bringt eigenes eRezept»
Politik

Apothekenstärkungsgesetz

Grüne: Spahn will EuGH austricksen»

Regierungsumbildung

Spahn: Erst Apothekengesetz, dann Bundeswehr?»

Apothekenstärkungsgesetz

Schmidt: Hoch interessante Ansätze»
Internationales

Amazon

NHS bietet Sprechstunde bei Alexa»

Marektingmethoden

Reckitt: Milliardenstrafe wegen Suboxone»

Nach Wirksamkeitsstudie

Frankreich streicht Homöopathie auf Rezept»
Pharmazie

Sichelzellkrankheiten

Beschleunigte Zulassung für Crizanlizumab»

AMK-Meldung

Ausflockung bei Aripiprazol-Neuraxpharm»

Varizellen-Infektionen

Windpocken: Besser Paracetamol statt Ibu?»
Panorama

Personalnot

Traditionsapotheke schließt und hofft»

Alternativmedizin

Drei Tote: Bewährungsstrafe für Heilpraktiker»

Apothekenschwund

Sanimedius trennt sich von Steglitzer Filiale»
Apothekenpraxis

Apothekenstärkungspaket

Verordnung: 65 Millionen Euro für NNF und BtM»

Kommentar

Apothekengesetz: Die Zitterpartie beginnt»

Aus nach 400 Jahren

Einkaufstempel vertreibt historische Apotheke»
PTA Live

Philippinen, Bosnien und Herzegowina

Ausländische PTA-Schüler: „Sie sind sehr fleißig“»

LABOR-Download

Arbeitshilfe: Urlaubsvorbereitung»

LABOR-Debatte

Tattoos und Piercings: Problemfaktor im HV? »
Erkältungs-Tipps

Erkältungen in der warmen Jahreszeit

Mythos Sommergrippe»

Frische Brise

Erkältet durch die Klimaanlage»

Superinfektionen

Tonsillitis: Hochansteckende Halsentzündung»
Magen-Darm & Co.

Emesis

Tipps bei Übelkeit und Erbrechen»

Magen-Darm-Beschwerden

Lebensmittelvergiftung: Salmonellen & Co.»

Wenn der Wurm drin ist

Helminthose: Tipps bei Wurmbefall»
Kinderwunsch & Stillzeit

Schwangerschaft

Das erste Trimester: Von der Befruchtung bis zur Organentwicklung»

Frühschwangerschaft

B-Vitamine: Geheimwaffe für Schwangere»

Familienplanung

5 Tipps zum Kinderwunsch»