Keine Angst vor Notfallkontrazeptiva!

Pille danach: Beratung nicht „unnötig verkomplizieren“ Alexandra Negt, 11.10.2019 08:03 Uhr

Berlin - Die Pille danach wirkt nach der Verhütungspanne, aber vor der Befruchtung. HRA betont als Hersteller zweier Notfallkontrazeptiva, dass die Beratung zwar Fingerspitzengefühl erfordert – jedoch nicht durch Berechnung der fruchtbaren Tage oder Überlegungen zur Auswahl des passenden Wirkstoffes erschwert werden muss.

Notfallkontrazeptiva mit den Wirkstoffen Levonogestrel (PiDaNa) und Ulipristalacetat (EllaOne) sind seit 2015 rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Immer noch beraten viele Apothekenmitarbeiter ungern zu dem Thema, was oftmals aus eigener Unsicherheit resultiert. Es gibt zahlreiche Hilfestellungen für das Apothekenpersonal, zum Beispiel die Handlungsempfehlungen der Bundesapothekerkammer (BAK). Diese beschreiben ausführlich, auf welche Punkte bei der Beratung geachtet werden muss. Darüber hinaus haben viele Apotheken eigene Vorgehensweisen erarbeitet, zum Teil sollen PTA nicht alleine zu diesem Thema beraten. Auch die ABDA ist in ihrer Stellungnahme zur PTA-Reform der Meinung, dass Notfallkontrazeptiva nicht ohne Aufsicht durch einen Apotheker abgegeben werden sollten.

HRA sieht das gleichzeitige Arbeiten mit verschiedenen Arbeitshilfen als kritisch an, da eine Beratung so unnötig ausgeweitet werden könnte und verweist auf die firmenintern gestaltete vereinfachte Checkliste. Beispielweise wird laut BAK-Arbeitshilfe empfohlen, die Frau persönlich zu beraten und eine Abgabe an Dritte zu vermeiden. Die Abgabe an Mädchen unter 14 Jahren ohne Einverständnis eines Erziehungsberechtigten ist demnach kritisch zu sehen. Die Abwägung, welcher Wirkstoff passend ist, wird meist vom Zeitpunkt der Verhütungspanne abhängig gemacht, der 14. Tag im Zyklus wird als Tag des Eisprungs deklariert.

Apotheker und PTA neigen laut Hersteller dazu, solche Empfehlungen als festgesetzte Regel anzusehen und Abgaben zu verweigern. Viele Kundinnen werden gebeten, Rücksprache mit ihrem Gynäkologen zu halten und sich dort ein Präparat verordnen zu lassen. „Dabei ist die schnellstmögliche Einnahme das oberste Ziel, um eine optimale Wirksamkeit zu erreichen“, betont Larissa Kremer, Apothekerin und Head of Medical bei HRA. Die beste Wirkung bestehe bei Einnahme innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr.

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