Kleine Pflanzenkunde: Kampferbaum

Wissenswertes über Campher Eva Bahn, 19.03.2019 12:03 Uhr

Berlin - Er gehört bei den meisten Menschen zu den ersten olfaktorischen Erinnerungen: der Geruch nach Campher bei Erkältungen. Kaum eine Brustsalbe kam früher ohne ihn aus – und auch heute noch wird er viel verwendet. Campher entspannt die Atemwege und erleichtert das Abhusten. Doch woraus wird dieser pflanzliche Wirkstoff gewonnen und welche weiteren pharmazeutischen Einsatzmöglichkeiten gibt es?

Campher ist ein Stoff, den der Kampferbaum – auch Kampferlorbeer genannt – als Fraßschutz gegen Insekten bildet. Der Baum erreicht bis zu 30 Meter Höhe und drei Meter Umfang. Er bildet seine ätherischen Öle in allen Pflanzenteilen aus, was ihm einen charakteristischen Geruch verleiht. Der Campher, der aus ihm gewonnen wird, stammt vor allem aus dem Holz und der Rinde des ursprünglich südostasiatischen Baumes. Besonders hohe Qualitäten extrahiert man aus Pflanzen, die älter als 50 Jahre sind. Inzwischen kann Campher auch synthetisch hergestellt werden.

Schon seit Jahrhunderten wird der Pflanzenextrakt als Medizin genutzt. Die Anwendungen sind dabei äußerst vielseitig: Bei Erkältungen, Rheuma, schmerzenden Muskeln, Herzbeschwerden oder Kreislaufproblemen kann Campher eingesetzt werden. Dabei sind manche Wirkungen durch Studien belegt, andere Einsatzgebiete sind eher traditionell geprägt. Klar wird nur, dass dieses kristalline Pulver durchaus in der Lage ist, bei körperlichen Beschwerden gute Hilfe zu leisten, auch wenn dabei einige Dinge zu beachten sind.

Da Campher in der Lage ist, festsitzende Bronchialsekrete zu lösen, wird er häufig für Einreibungen verwendet. Er entspannt die Atemwege und fördert damit das Abhusten von Schleim. Desweiteren wirkt er keimhemmend und desinfizierend. In Rezepturen wird er daher auch eingesetzt, um Cremes und Salben länger haltbar zu machen, ohne klassische Konservierungsmittel einzusetzen. Das Atemzentrum wird angeregt, zudem hat Campher schmerzstillende Eigenschaften. Seine kühlende Wirkung wird durch die Reizung der Kälterezeptoren erreicht, was zu einer subjektiv erleichterten Atmung führt.

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