Hormonpräparate

Periode verschieben dank „Holiday-Pille“? Cynthia Möthrath, 14.08.2019 14:04 Uhr

Berlin - Urlaub, Hochzeit, Schwimmbadbesuch: Die Periode kommt zu den unpassendsten Zeiten. Wie schön wäre es, wenn man die Blutung einfach verschieben könnte? In Großbritannien ist das jetzt ganz schnell möglich: Durch ein Hormonpräparat, das in Apotheken erhältlich ist und bereits nach kurzer Beratung ausgehändigt wird – die Einnahme ist jedoch mit Risiken verbunden.

Dass die Periode verzögert werden kann, indem die „Anti-Baby-Pille“ nicht wie gewohnt pausiert, sondern durchgenommen wird, ist weit verbreitet. Doch auch Frauen, die nicht mit hormonellen Kontrazeptiva verhüten, haben die Möglichkeit, ihre Periode zu verschieben: Mithilfe des Gestagens Norethisteron kann die Blutung um bis zu zwei Wochen nach hinten geschoben werden. Das Hormon war das erste oral wirksame synthethtische Progestin: Es spielt in Verbindung mit Östrogenhormonen eine wichtige Rolle für den Menstruationszyklus und den Eisprung.

Daher wird es vor allem gegen hormonabhängige Beschwerden und Erkrankungen wie Wechseljahresbeschwerden, Endometriose und Zyklusunregelmäßigkeiten eingesetzt, auch als hormonelles Kontrazeptivum ist es geeignet. Das Gestagen beschränkt das östrogenabhängige Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und wirkt regulierend auf den weiblichen Zyklus.

Im Internet wird das Hormon zudem angepriesen, um die Periode zu verschieben: Dazu wird eine Tablette mit 5 mg Norethisteron drei Tage vor der erwarteten Periode für maximal zwei Wochen eingenommen. In einigen Ländern wie der Schweiz ist das Präparat zwar verschreibungspflichtig, jedoch wird es häufig nach Rücksprache mit dem Arzt verordnet. Britische Medien berichten derzeit ebenfalls über die „Holiday-Pille“: In Großbritannien wird einem das Hormonpräparat bereits nach kurzer Beratung in der Apotheke ausgehändigt. Das Vorgehen soll eine Reaktion auf den Ärztenotstand darstellen.

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