Kopfschmerzen

Migräneanfälle durch Koffein? APOTHEKE ADHOC, 13.08.2019 14:59 Uhr

Berlin - Stress, Hormonschwankungen und das Wetter können Einfluss auf die Entstehung einer Migräneattacke haben: Die Auslöser sind von Patient zu Patient verschieden. Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke können ebenfalls ein Trigger sein. Eine prospektive Kohortenstudie aus Boston zeigt nun die Dosisabhängigkeit, sie wurde im „American Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Das Risiko, durch Koffein einen Migräneanfall zu erleiden, steigt der Studie zufolge erst ab einer bestimmten Dosis. Auch bei Abweichungen von der üblicherweise konsumierten Menge kann es demnach schneller zu Kopfschmerzattacken kommen. Die Forscher vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston veröffentlichten erstmals eine Studie, die den Zusammenhang zwischen koffeinhaltigen Getränken und dem Auftreten von Migräneanfällen herstellt. Knapp 100 Patienten nahmen an der Studie teil: 86 Frauen und 12 Männer im Alter von durchschnittlich 35 Jahren. Um den Zusammenhang zu ermitteln, mussten die Patienten sechs Wochen lang täglich festhalten, wie viele koffeinhaltige Getränke sie konsumierten und wann Migräneanfälle auftraten.

Anschließend wurden Zeiten, an denen die Patienten mehr koffeinhaltige Getränke konsumiert hatten mit solchen, an denen sie darauf verzichtet hatten verglichen: Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass ein bis zwei Getränke mit Koffein das Risiko für einen Migräneanfall noch nicht erhöhen. Ab dem dritten Getränk stieg das Risiko jedoch kontinuierlich an. Konsumierten die Patienten fünf oder mehr koffeinhaltige Getränke am Tag, war das Risiko für eine Schmerzattacke sogar doppelt so hoch. Auffällig war, dass nicht alle Patienten dieses Risiko aufwiesen: Personen, die normalerweise keine koffeinhaltigen Getränke zu sich nahmen, erlitten häufig bereits schon nach einem koffeinhaltigen Getränk einen Migräneanfall.

Migräneattacken können den Alltag unerträglich machen: Sie sind durch eine Erweiterung der Hirnhautgefäße, eine erhöhte Trigenimus-Aktivität, aseptische Entzündungsreaktionen sowie der Freisetzung von Substanz P und dem Calcitonin-Gene-Related Peptide (CGRP) gekennzeichnet. Das Neuropeptid wird zentral freigesetzt und gilt als starker Vasodilataor und Trigger für Entzündungen. Der Schmerz ist meist einseitig und kann sich bei körperlicher Aktivität verstärken. Zudem können die Betroffenen licht- und geräuschempfindlich sein. Zu den vegetativen Begleitsymptomen zählen auch Übelkeit und Erbrechen. Ein Migränepatient kennt sich und seine Attacke selbst sehr gut. Zudem können Vorboten eine Attacke ankündigen: Etwa 10 bis 15 Prozent erleben eine Aura. Danach folgt die Kopfschmerzphase, die drei bis fünf Stunden oder gar bis zu 70 Stunden andauern kann. Arzneimittel sollten daher je früher desto besser in der Kopfschmerzphase eingesetzt werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Hemmung der Gewebefaktorexpression

Covid-19: Prävention der Blutgerinnung als Lösung?»

Auch bei korrektem Tragen

Schutzwirkung: Nicht alle Masken sind dicht»

Verbreitung von Sars-CoV-2

Intaktes Coronavirus in Aerosolen gefunden»
Markt

Corona-Impfstoff

Curevac: Ab Freitag an der Börse»

Neuer Vorstand beim VDARZ

APO_TI: Die Schnittstelle der Rechenzentren»

Telemedizin und eRezept

Noventi steigt bei MORE ein»
Politik

Krankenhausaufnahme und -entlassung

eMedikationsplan: Barmer will Ärzte und Apotheker vernetzen»

Neun Treffen, keine Lösung

BMG äußert sich zu Apothekenfragen»

Kasse nimmt Apotheke in die Pflicht

Beschaffungskosten: Apotheker muss für Patienten geradestehen»
Internationales

Notbevorratung durch Unternehmen und Regierung

Brexit: UK bunkert Arzneimittel für den Ernstfall»

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»
Pharmazie

Vereinfachung der Applikation

Xolair: Selbstverabreichung bald in allen Indikationen?»

Hohe Sensitivität und Spezifität

KI soll Darmkrebs diagnostizieren»

Arzneimittelrückrufe

Nitrosamine in Arzneimitteln: Mögliche Ursachen identifiziert»
Panorama

Corona-Maßnahmen

Maskenpflicht: Kunde verletzt Polizisten»

Automatische Formatierung

Wegen Excel: Forscher benennen Gene um»

Durchsuchung der Deutschlandzentrale

Polizeieinsatz: Anschlagsdrohung gegen Novartis»
Apothekenpraxis

Höherer Preis – bessere Verfügbarkeit?

50 Prozent teurer: Preissprung bei Forxiga»

Gurgellösungen zum Schutz vor Corona

Povidon-Iod: Wirksam gegen Sars-CoV-2»

Brief an Spahn und Spahn

Apotheker retaxiert Retax»
PTA Live

Apotheken gegen häusliche Gewalt

„Maske 19“: Codewort am HV soll bundesweit helfen»

Apothekenpflichtige Fertigarzneimittel

Blutegel in der Dokumentation»

Notfallkontrazeptiva bei GZSZ

Pille danach: „Hormonüberdosis für Schlampen“?»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Nach der Geburt

10 Tipps für die Rückbildung»

Aktivität

Laufen in der Schwangerschaft»

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Ein besonderer Bereich des Gesichts 

Augenpflege: Sanft und feuchtigkeitsspendend»

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»