Alternativmedizin

Homöopathie-Erstattung: Geteiltes Echo aus der Politik dpa/ APOTHEKE ADHOC, 18.09.2019 17:18 Uhr

Berlin - Es ist ein Reizthema: Sollen Patienten Homöopathie-Leistungen aus Beitragsgeld der Kassen bezahlt bekommen? Der Minister hat seine Haltung nun klar gemacht und damit unter den Herstellern Applaus eingefahren. In der Politik hingegen sind die Reaktionen auf seine Äußerung durchwachsener.

Der Streit um homöopathische Arzneimittel auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen geht auch nach einer Positionierung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weiter. Der CDU-Politiker hatte deutlich gemacht, dass er an Erstattungen durch viele Kassen nicht rütteln will und auf den eher kleinen Anteil an den gesamten milliardenschweren Ausgaben verwiesen. Der Koalitionspartner SPD reagierte zurückhaltend. Aus der Opposition kamen unterschiedliche Reaktionen.

Spahn hatte am Dienstagabend in Berlin beim „Berliner Salon“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland erläutert, dass die Kassen bei Arzneimittelausgaben von rund 40 Milliarden Euro im Jahr etwa 20 Millionen für Homöopathie zahlten. Darüber könne man emotional diskutieren und dabei vielen vor den Kopf stoßen. Oder man könne sich fragen, ob es das angesichts der gesamten Größenordnung wert sei. „Ich habe mich entschlossen zu: Es ist so okay, wie es ist“, sagte der Minister.

Homöopathie gehört nicht zum regulären Leistungskatalog. Allerdings erstatten viele Kassen Behandlungskosten für Naturheilverfahren, weil es eine Nachfrage dafür gibt und weil dies ein Instrument im Konkurrenzkampf ist. In Frankreich sollen homöopathische Arzneimittel ab 2021 nicht mehr erstattet werden. Das hatte auch die Diskussion in Deutschland befeuert. Wer solche Mittel haben wolle, solle sie erhalten, „aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft“, hatte etwa der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, gefordert. Grund seien unzureichende wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit.

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