Lieferengpässe

Krisengipfel zu Ibuprofen Nadine Tröbitscher, 04.07.2018 09:04 Uhr

Berlin - Welche Medikamente fehlen in deutschen Apotheken? Dieser Frage geht am heutigen Mittwoch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nach. Zum 7. Jour fixe sind wieder Vertreter von Apothekern und Ärzten, den Pharmaverbänden BAH, BPI und VFA und dem Großhandelsverband Phagro geladen. Mit dabei sind außerdem das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sowie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und weitere offizielle Stellen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Ibuprofen und Acetylsalicylsäure zur Injektion. Für beide Präparate wurde die Versorgungssituation bei der vorherigen Sitzung im März noch als „nicht kritisch“ eingestuft.

Erster Tagesordnungspunkt in der aktuellen Bestandsaufnahme sind die als beendet gemeldeten Lieferengpässe. Auf der Liste stehen Raltegravir, enthalten in Isentress zu 100 mg als Granulat zur Herstellung einer Suspension. Für das Arzneimittel hatte der Hersteller MSD Sharp & Dohme von Januar bis Mai einen Versorgungsengpass gemeldet. Auch Ivermectin (Scabioral, Infectopharm) steht zur Diskussion: Laut BfArM ist der Lieferengpass zwar beendet. Tatsächlich fehlt es Apotheken jedoch noch immer an der Packungsgröße zu acht Tabletten. Diese wird voraussichtlich im vierten Quartal wieder lieferbar sein. Die Versorgung mit oralem Ivermectin wird mit der Packungsgröße zu vier Tabletten gesichert.

Cordichin (Chinidin/Verapamil) ist seit Mai außer Handel. Das Arzneimittel war seit 1970 auf dem Markt und soll in zwei Tagesordnungspunkten diskutiert werden: als beendet gemeldeter Lieferengpass und als rechtzeitig gemeldeter Lieferengpass. Diskussionen um ein Arzneimittel, das vom Markt verschwunden ist.

Die Teilnehmer des Jour fixe werden dann auch über relevante aktuelle Liefer- und Versorgungsengpässe sprechen. Thema sind die seit Längerem nicht lieferbaren Arzneistoffe Acetylsalicylsäure i.v. und Piperacillin sowie in Kombination mit Tazobactam. Die Wirkstoffe wurden bereits im März besprochen. Das Ergebnis: „Es liegen dem Jour fixe keine Hinweise vor, dass die Versorgungslage derzeit kritisch ist.“ Auch die Versorgungslage in Krankenhäusern mit Basisantibiotika wurde als stabil angesehen.

In die nächste Runde geht es auch für Ibuprofen. Im Frühjahr wurden laut BfArM aktuelle Pressemitteilungen zum Engpass bei den Säften zum Anlass genommen, den Sachstand zu ermitteln. Der Jour fixe bestätigte: „Im Ergebnis stehen hinreichend Alternativen zur Verfügung“. Die Engpässe wurden auf die erheblich gestiegene Nachfrage im Zuge der Grippewelle zurückgeführt. Angesichts des aktuellen Ausfalls des BASF-Werks in den USA kann es kaum zum gleichen Ergebnis kommen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Corona-Krise

Spahn weist Verantwortung für Versäumnisse zurück»

Erste Covid-Therapie am Markt

Remdesivir ist zugelassen»

Weitere Antikörper-Studie

Helmholtz-Institut wertet 60.000 Blutproben aus»
Markt

JETZT LIVE

VISION.A 2020: Das Finale der Start-Up Audition »

Vorstand entschuldigt sich auf Kontoauszügen

Apobank: Probleme bei Rechnungsabschlüssen»

Noventi + Noventi Health = Noventi

Umstrukturierung bei Noventi: Aus zwei mach eins»
Politik

PDSG passiert Bundestag

eRezept kann kommen – DAV will Pilotprojekt ausweiten»

Bayer, Merck, Beiersdorf, Fresenius & Co

Pharmakonzerne boykottieren Facebook»

Flyer-Aktion kurz vor der Sommerpause

Boni-Verbot oder RxVV: Abda treibt Abgeordnete an»
Internationales

Führungswechsel

EMA: Pharmazeutin als neue Geschäftsführerin»

Risiko weiterhin hoch

Schweinepest: Fester Zaun geplant»

Veränderte Zusammensetzung

Levothyrox: Merck muss Schadenersatz zahlen»
Pharmazie

Pilz & Entzündung

Tabuthema: Fußpilz»

Verantwortungsbewusster Einsatz

Fosfomycin: Besser in Kombination»

Wenig Arztbesuche, schlechte Compliance

Migräne: Viele Patienten sind unterversorgt»
Panorama

12 Jahre Gefängnis für Pfusch-Apotheker

Zyto-Skandal: BGH weist Revision zurück – Urteil rechtskräftig»

Apotheke schließt nach 209 Jahren

„Uns hat die Arbeit immer sehr viel Freude gemacht“»

Musik als Gute-Laune-Medizin

Apothekerin und Arzt: Sommerhit gegen Corona-Blues»
Apothekenpraxis

Ermittlungen gegen zwei Apotheker

Noscapin-Hustensaft: Geldstrafe für Rezepturfehler»

Temperaturkontrolle in der Apotheke

Klimaanlage und Corona: Was ist richtig?»

Umsatzdelle im Mai

Kundenschwund: Mit Flyern gegen leere Apotheken»
PTA Live

Mehr Tragekomfort, weniger Beschwerden

Aromatipps für die Maske»

Diuretika, Antibiotika und Johanniskraut

Phototoxische Reaktionen der Haut»

PTA-Schule Paderborn trotzt Corona

Examen 2020: Überdurchschnittliche Ergebnisse»
Erkältungs-Tipps

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»

Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung

Infekte in der warmen Jahreszeit»
Magen-Darm & Co.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Schubweises Leiden»

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»

Engmaschige Vorsorgemöglichkeiten

Risikoschwangerschaft: Von Fruchtwasseruntersuchung und iGeL»

Hygienemaßnahmen bieten Schutz

Covid-19 in der Stillzeit: Was ist zu beachten?»
Medizinisches Cannabis

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»
HAUTsache gesund und schön

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»

Sommerzeit = Sonnenbrandzeit

Sonnenschutz: Mindestens LSF 30»