Arzneimittelbewertung

BAH kontert Stiftung Warentest APOTHEKE ADHOC, 25.06.2019 12:19 Uhr

Berlin - Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) kritisiert die pauschale Verurteilung vieler OTC-Arzneimittel durch Stiftung Warentest. „Die Aussage, dass jedes vierte rezeptfreie Arzneimittel keine gute Wahl sei, ist unseres Erachtens unzulässig und verunsichert Patienten. Ob ein auf seine Wirksamkeit und Sicherheit geprüftes rezeptfreies Arzneimittel empfehlenswert ist, sollte immer im Einzelfall – am besten im Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker – bewertet werden“, sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft des BAH.

Vor allem Kombipräparate fielen bei der Auswertung der hauseigenen Datenbank von Stiftung Warentest durch. Oft würden sich die Wirkstoffe nicht sinnvoll ergänzen und das Risiko für Wechselwirkungen steigen, so die Kritik. Außerdem seien die Präparate oft zu teuer. Allerdings vermarktet die Stiftung Warentest mit diesen Aussagen die eigenen Datenbank, auf die Verbraucher für 3,50 Euro zugreifen können. Motto: „Nie mehr unvorbereitet in die Apotheke.“

Kroth kritisiert die in der Datenbank vorgenommene Bewertung der OTC-Arzneimittel. Darin würden auch Arzneimittel als weniger geeignet beurteilt, die zu den am häufigsten von Patienten nachgefragten Produkten gehören. „Diese Arzneimittel sind aus gutem Grund beliebt. Sie erfüllen ja offensichtlich die Erwartungen der Patienten“, so Kroth.

Rezeptfreie Arzneimittel seien behördlich zugelassen und auf ihre Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit hin geprüft, betont der BAH. Die meisten seien seit vielen Jahren erprobt und gerade aufgrund ihres günstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses nicht verschreibungspflichtig. „Rezeptfreie Arzneimittel werden in der Regel bis zum Abklingen der Symptome angewendet. Aussagen zur längeren Einnahme sind somit unbegründet“, ergänzt Kroth.

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