Landapotheken

Beinahe-Schließung: Der Engel aus der Stadt APOTHEKE ADHOC, 22.12.2018 08:59 Uhr

Berlin - Geschlossen, weil sich kein Nachfolger findet: Schon kleinere Stadtapotheken haben es schwer, jemanden zu finden, der die Geschäfte weiterführt. Ungleich härter ist die Rekrutierung von Fachkräften auf dem Land. Als Apothekerin Evelyn Schulz-Geldmacher eine Filialleiterin wegbrach, stand ihre Apotheke am Venn im münsterländischen Burlo vor dem Aus. Hunderte Euro für Stellenanzeigen halfen nichts. Doch dann kam Volker Binner – er wollte unbedingt aufs Land, weil er weiß, was er daran zu schätzen hat.

Schulz-Geldmacher wird ihren Sommerurlaub 2017 noch lange in Erinnerung behalten. „Wobei es eigentlich gar kein wirklicher Urlaub war“, denkt sie zurück. „Denn meine damalige Filialleiterin überraschte mich mit ihrer Kündigung, kurz bevor das gesamte Team in die Betriebsferien ging.“ Ihr sei die Verantwortung zu viel geworden, sie würde gern weniger arbeiten, habe sie zur Begründung gesagt – und Schulz-Geldmacher damit in eine existentielle Krise gestürzt: „Eine Filialleitung kann man nicht einfach vertreten lassen, also brauchte ich zum 1. Oktober dringend eine neue Filialleiterin – war aber die zweite, dritte und vierte Augustwoche im Urlaub“, erinnert sie sich an die beschwerliche Zeit. Es war eine fast unlösbare Aufgabe. „Zum Glück hatte sich eine meiner Approbierten bereit erklärt, für drei Monate in die Bresche zu springen – aber eben nur interimsweise, damit wir die Apotheke nicht schließen müssen.“

Doch selbst diese drei Monate – eigentlich sogar weniger, wenn man die Feiertage zum Jahresende heraus rechnet – sind mehr als nur sportlich. Also legte Schulz-Geldmacher sich ins Zeug. „Ich habe da alle Register gezogen, auf allen Portalen inseriert, der Münsterland-Zeitung, sogar bei Ebay-Kleinanzeigen! Insgesamt habe ich rund 800 Euro nur für Stellenausschreibungen ausgegeben.“ Gebracht hat es: Nichts.

Zwei Angebote erhielt sie, die waren aber, vorsichtig ausgedrückt, fragwürdig: „Ein Bewerber hatte seine Approbation erst ein halbes Jahr, sprach nur gebrochen Deutsch, verlangte aber 80.000 Euro im Jahr, ein Auto und eine kostenlose Wohnung. Dafür versprach er, 80 Stunden pro Woche zu arbeiten. So lange hat die kleine Dorfapotheke gar nicht auf! Außerdem ist sie gar nicht rentabel genug, als dass ich ihm diese Summen überhaupt bezahlen könnte.“

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