Superinfektionen

Tonsillitis: Hochansteckende Halsentzündung Cynthia Möthrath, 19.06.2019 15:04 Uhr

Berlin - Eine Mandelentzündung entsteht meist in Folge eines viralen Infektes. Es kommt zu starken Schmerzen und Schwellungen im Halsbereich. Die Tonsillitis ist hochansteckend und kann zu Komplikationen führen.

Die Gaumenmandeln sind Teil des sogenannten „lymphatischen Rachenrings“: Dieser bildet die Abwehrbarriere gegen Viren und Bakterien, die über die Nase oder den Mund in den Körper eindringen. Neben den Mandeln zählen auch Milz und Thymus zum lymphatischen System. Ein intaktes Lymphsystem ist die Voraussetzung für eine schnelle Abwehrreaktion des Immunsystems. Da sich bei einer Infektion die Lymphozyten vermehren, kann es zum typischen Anschwellen der Lymphknoten kommen. Bei einer Tonsillitis handelt es sich meist um eine Superinfektion mit Streptokokken.

Bei einer Mandelentzündung ist der gesamte Rachenbereich stark gerötet und angeschwollen. Es kommt zu Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, die bis zu den Ohren ziehen können. Häufig haben Betroffene auch Probleme beim Sprechen. Die bakterielle Infektion geht meist mit Fieber und Abgeschlagenheit einher. Auf den Mandeln bildet sich typischerweise ein weißlich-gelber Belag, der durch Ausscheidungsprodukte der Mandeln entsteht: Man spricht von „Eiterstippchen“. Diese verursachen häufig einen übelriechenden Mundgeruch und einen eitrigen Geschmack.

Eine Mandelentzündung wird meist mit Antibiotika behandelt. Sie heilt in der Regel in ein bis zwei Wochen wieder aus. Manchmal kann sie auch Begleitsymptom einer anderen Erkrankung wie Scharlach oder Pfeifferschem Drüsenfieber sein. Wird sie nicht behandelt, kann sie sich chronifizieren und dauerhafte Beschwerden auslösen. Gegen Fieber und Schmerzen kommen häufig Analgetika oder Antipyretika zum Einsatz.

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