Hämophilie

Bayer: Kogenate wird durch Kovaltry abgelöst Alexandra Negt, 16.10.2019 08:02 Uhr

Berlin - Ab Mitte Oktober wird der gentechnisch hergestellte Gerinnungsfaktor VIII nicht mehr in Deutschland vertrieben. Alle Dosierungen gehen außer Handel. Bayer stellt mit Kovaltry (Octocog alfa) seit 2016 laut eigenen Aussagen einen identischen Wirkstoff zur Behandlung der Bluterkrankheit mit verbesserten Wirkstoffeigenschaften.

Der humane Blutgerinnungsfaktor VIII wird als Injektion verabreicht. Die Dosierung von Octocog alfa ist individuell, die zu verabreichende Menge wird durch Gerinnungstests bestimmt. Neben dem Gewicht des Patienten ist die Dosis auch vom Schweregrad der Gerinnungsstörung abhängig. Faktor VIII sollte über einen Zeitraum von 2 bis 5 Minuten intravenös injiziert werden. Die Injektionsgeschwindigkeit richtet sich nach dem Befinden des Patienten, wobei eine Injektionsrate von 2 ml pro Minute nicht überstiegen werden sollte.

Erkrankte die bislang mit Kogenate (Octocog alfa) behandelt wurden, können laut Bayer einfach auf Kovaltry umgestellt werden. Hierbei handelt es sich um eine identische Injektionslösung, die sich lediglich im Herstellprozess unterscheidet. Das Präparat ist in den gleichen Dosierungen verfügbar. Kovaltry wird zur Bedarfstherapie und zur Prophylaxe eingesetzt. Die Faktor-VIII-Werte müssen regelmäßig bestimmt werden. Die Dosierung und die Häufigkeit der Injektionen richtet sich nach den jeweiligen Ergebnissen der Gerinnungstests. Innerhalb der Prophylaxetherapie erfolgt die Gabe alle zwei bis drei Tage.

Darüber hinaus wurde im November 2018 Jivi (Damactocog alfa pegol) in der EU zugelassen. Es handelt sich um einen neuen rekombinanten Faktor VIII mit verlängerter Halbwertszeit. Die Herstellung erfolgt durch rekombinante Technologie ohne den Zusatz von menschlichen oder tierischen Bestandteilen. Diese wird durch eine spezifische PEGylierung erzielt. Somit kann die Injektionshäufigkeit gesenkt werden. Jivi bietet unter Beibehaltung der Injektionsfrequenz einen stärkeren Schutz gegenüber Kogenate und Kovaltry. Innerhalb der Prophylaxetherapie erfolgt eine Injektion einmal wöchentlich oder alle fünf Tage. Je nach klinischen Merkmalen des Patienten kann eine zweimal wöchentliche Gabe notwendig sein. Jivi ist zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Hämophilie A für vorbehandelte Erwachsene und Jugendliche ab einem Alter von zwölf Jahren zugelassen.

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