Stada-Gesundheitsreport

Organspende: Mehrheit für Widerspruch APOTHEKE ADHOC, 15.05.2019 15:21 Uhr

Berlin - Soll jeder Deutsche automatisch Organspender sein, solange er nicht widerspricht – so wie es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorschlägt? Oder soll das weiterhin erst nach bewusste Entscheidung der Fall sein? Der Stada-Gesundheitsreport zeigt, dass viele Deutsche der Opt-out-Variante aufgeschlossen gegenüber stehen.

46 Prozent der Deutschen würden keinen Widerspruch einlegen, da sie das Thema Organspende für wichtig halten. Weitere 17 Prozent würden dabei bleiben, weil ihnen ohnehin egal ist, was nach ihrem Tod mit ihren Organen passiert. 21 Prozent würden dagegen widersprechen, weil sie Angst haben, zu früh für tot erklärt zu werden. Jeweils 8 Prozent haben Angst, in die Hände von kriminellen Organhändlern zu geraten, oder sie haben religiöse Bedenken.

63 Prozent der Deutschen wären Organspender, wenn sie diesen Status automatisch von Geburt an hätten, schlussfolgert die Stada als Herausgeber des Reports. Tatsächlich besäßen aktuell nur 36 Prozent der Bundesbürger einen Organspenderausweis, so der Konzern mit Verweis auf Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Diese große Lücke sei der „Zustimmungslösung“ geschuldet.

Auch in Großbritannien, ebenfalls ein Land mit Opt-in-Lösung, wären 75 bereit, ihre Organe im Falle einer Umstellung auf die Widerspruchslösung zu spenden. Umgekehrt hält allerdings auch die Hälfte der Menschen in Ländern, in denen jeder automatisch bis zum Widerspruch Organspender ist, das aktive System für gut: In Serbien und Russland sind sogar 68 beziehungsweise 61 Prozent dafür, weil man nicht davon ausgehen könne, dass jeder Mensch seine Organe nach dem Tod spenden wolle. Tatsächlich Widerspruch eingelegt haben in diesen Ländern allerdings nur 5 Prozent der Teilnehmer. Für den Gesundheitsreport wurden im Auftrag der Stada 18.000 Menschen in neun Ländern durch Kantar online befragt.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Bestelldienste

Whatsapp schmeißt Apotheken raus»

Wegen abgeblasener Übernahme

Compugroup senkt Gewinnprognose»

Generikakonzerne

Neues Labor für Teva-Azubis»
Politik

Masernimpflicht

Länder: Probleme mit Dreifach-Impfstoff»

Verband der Softwarehäuser

Haas übernimmt Vorsitz im ADAS»

FDP-Vize glaubt nicht an AKK

K-Frage: Kubicki setzt auf Spahn»
Internationales

Purdue-Insolvenz

Mundipharma: Eigentümerfamilie schafft eine Milliarde beiseite»

DisposeRx

Altmedikamente: Gelklumpen statt Toilette»

12-Milliarden-Vergleich

Purdue: 1,5 Milliarden für Mundipharma»
Pharmazie

AMK-Meldung

Microgynon ACA Müller: Rückruf zum Rückruf »

Medizinalhanf

Vertanical: Neuer Cannabis-Vollextrakt»

Multiple Sklerose

Interferon beta: Keine Auswirkungen auf Schwangerschaft»
Panorama

Auktionsplattform

Rx-Asthmamittel FormoLich bei Ebay»

Opioid-Klagen

Purdue beantragt Insolvenzverfahren»

Vorbereitungskurs

1040 Unterrichtseinheiten zur Approbation»
Apothekenpraxis

Rechenzentren

Nach Haubold-Abgang: Unruhe beim ARZ Haan»

Apothekenkooperationen

Guten-Tag-Apotheken: „Wir halten jeden Preis“»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Roter Afghane»
PTA Live

PTA Lehranstalt Köln

Manege frei: 50 Jahre „Circus Pharmaceuticus“»

Nahrungsergänzungsmittel

Magnetrans als Zweiphasentablette»

Überarbeitete Leitlinien

Abgrenzung Wirk- und Hilfsstoffe»
Erkältungs-Tipps

Bakterielle Infektionen

Mittelohrentzündung: Superinfektion des Ohrs»

Atemwegserkrankungen

Wenn der Hals dick wird»

Psychogene Erkrankungen

Wenn die Psyche Husten hat»
Magen-Darm & Co.

Verdauungsenzyme

Lipase & Co: Essentiell für die Verdauung»

Verdauungsorgane

Bauchspeicheldrüse: Ein Organ, zwei Funktionen»

Brechdurchfall

Noroviren: Gefürchtet in Kita und Krankenhaus»
Kinderwunsch & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folat, Jod & Co.»

Der weibliche Zyklus

Von Hormonen, Eisprung und Menstruation»

Schwangerschaft

Das dritte Trimester: Positionswechsel und Gewichtszunahme»