Hohe Ansprüche

BGH: Umfassende Aufklärung bei Lebend-Organspenden dpa, 29.01.2019 12:29 Uhr

Karlsruhe - Mehrere hundert Menschen spenden jedes Jahr eine Niere an ihnen nahe stehende schwerkranke Menschen. Über Risiken müssen potenzielle Spender vollständig aufgeklärt werden. Karlsruhe stellt hier klare Anforderungen an Ärzte.

Vor einer Lebend-Organspende müssen Ärzte nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) umfassend über alle Risiken aufklären. Bei mangelhafter Aufklärung haben Patienten, die gesundheitliche Schäden davontragen, Anspruch auf Schmerzensgeld und Entschädigung, entschied der BGH in zwei Fällen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Der heute 54 Jahre alte Ralf Zietz aus Niedersachsen hatte seiner Frau im Universitätsklinikum Essen im Jahr 2010 eine Niere gespendet, eine Frau aus Nordrhein-Westfalen ihrem Vater im Jahr 2009. Beide leiden bis heute unter chronischer Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) und eingeschränkter Nierenfunktion.

Das Oberlandesgericht Hamm hatte zwar Fehler bei der Aufklärung festgestellt, etwa das Fehlen des vorgeschriebenen neutralen Arztes – die Klagen der Spender aber abgewiesen. Beide Fälle müssen jetzt zur Feststellung der Schadenshöhe vor dem OLG neu verhandelt werden.

Entscheidend sei, dass potenzielle Organspender über sämtliche Risiken umfassend aufgeklärt werden müssten, urteilten die BGH-Richter. „Denn die Einhaltung der Vorgaben des Transplantationsgesetzes ist unabdingbare Voraussetzung, wenn die Bereitschaft der Menschen zur Organspende langfristig gefördert werden soll”, sagte die Vorsitzende Richterin des unter anderem für das Arzthaftungsrecht zuständigen VI. Zivilsena

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Bestelldienste

Whatsapp schmeißt Apotheken raus»

Wegen abgeblasener Übernahme

Compugroup senkt Gewinnprognose»

Generikakonzerne

Neues Labor für Teva-Azubis»
Politik

Masernimpflicht

Länder: Probleme mit Dreifach-Impfstoff»

Verband der Softwarehäuser

Haas übernimmt Vorsitz im ADAS»

FDP-Vize glaubt nicht an AKK

K-Frage: Kubicki setzt auf Spahn»
Internationales

Purdue-Insolvenz

Mundipharma: Eigentümerfamilie schafft eine Milliarde beiseite»

DisposeRx

Altmedikamente: Gelklumpen statt Toilette»

12-Milliarden-Vergleich

Purdue: 1,5 Milliarden für Mundipharma»
Pharmazie

AMK-Meldung

Microgynon ACA Müller: Rückruf zum Rückruf »

Medizinalhanf

Vertanical: Neuer Cannabis-Vollextrakt»

Multiple Sklerose

Interferon beta: Keine Auswirkungen auf Schwangerschaft»
Panorama

Auktionsplattform

Rx-Asthmamittel FormoLich bei Ebay»

Opioid-Klagen

Purdue beantragt Insolvenzverfahren»

Vorbereitungskurs

1040 Unterrichtseinheiten zur Approbation»
Apothekenpraxis

Rechenzentren

Nach Haubold-Abgang: Unruhe beim ARZ Haan»

Apothekenkooperationen

Guten-Tag-Apotheken: „Wir halten jeden Preis“»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Roter Afghane»
PTA Live

PTA Lehranstalt Köln

Manege frei: 50 Jahre „Circus Pharmaceuticus“»

Nahrungsergänzungsmittel

Magnetrans als Zweiphasentablette»

Überarbeitete Leitlinien

Abgrenzung Wirk- und Hilfsstoffe»
Erkältungs-Tipps

Bakterielle Infektionen

Mittelohrentzündung: Superinfektion des Ohrs»

Atemwegserkrankungen

Wenn der Hals dick wird»

Psychogene Erkrankungen

Wenn die Psyche Husten hat»
Magen-Darm & Co.

Verdauungsenzyme

Lipase & Co: Essentiell für die Verdauung»

Verdauungsorgane

Bauchspeicheldrüse: Ein Organ, zwei Funktionen»

Brechdurchfall

Noroviren: Gefürchtet in Kita und Krankenhaus»
Kinderwunsch & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folat, Jod & Co.»

Der weibliche Zyklus

Von Hormonen, Eisprung und Menstruation»

Schwangerschaft

Das dritte Trimester: Positionswechsel und Gewichtszunahme»