DKMS-Projekt

PTA bietet Kosmetikkurse für Krebspatientinnen APOTHEKE ADHOC, 18.02.2019 15:00 Uhr

Berlin - Krebs bedeutet für die allermeisten Menschen Angst vor dem Tod, Angst vor Schmerzen, aber auch Angst davor, dass Familie und Freunde leiden. Insbesondere für Frauen kommt oft die Verunsicherung hinzu: Denn auch äußerlich geht die Krebstherapie nur an den wenigsten spurlos vorüber. In einer Gesellschaft, in der an Frauen immer noch andere Maßstäbe und Erwartungen an das Aussehen angelegt werden als an Männer, kann das eine enorme psychische Belastung bedeuten. PTA Tanja Scheer versucht da zu helfen: Im Rahmen eines DKMS-Projekts bietet sie Kosmetikkurse für krebskranke Frauen an. Am Mittwoch kommen sie in der Neuen Apotheke in Nienburg zusammen.

Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, ein geschwächtes Immunsystem: Die Nebenwirkungen der Chemotherapie sind gefürchtet. „Aber oft ist der Haar- und Augenbrauenverlust für die Patientin erst einmal schlimmer als die Therapie selbst“, sagt Scheer. Sich neben den Ängsten der Krankheit noch mit einem geschwächten Selbstbewusstsein herumzuschlagen, ist eine unnötige Belastung, wie die 50-Jährige zeigen will.

Seit 1990 arbeitet sie als PTA in der Neuen Apotheke in Nienburg, knapp neun Jahre ist es her, dass sie noch eine Fortbildung zur Derma-Fachkosmetikerin absolviert hat. Vor gut drei Jahren dann kam ihr die Idee, sich mit ihrem Fachwissen für krebskranke Frauen zu engagieren. „Irgendwann hat mich das Thema auch persönlich bewegt und interessiert“, erzählt sie. „Also habe ich mich von allein bei DKMS Life gemeldet und gesagt, dass ich mich persönlich und ehrenamtlich einbringen will. Ich dachte mir, man kann so viel Gutes tun, um den Frauen in dieser schweren Zeit Unterstützung zu bieten.“

DKMS Life ist der Träger des Projekts. Eine gemeinnützige Organisation aus Köln, die wie die DKMS selbst, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, von Dr. Peter Harf gegründet wurde. „Mir war es mit der Gründung der DKMS Life eine Herzensangelegenheit, Frauen zu helfen, die ihre äußere Schönheit für eine Weile hergeben müssen“, erklärt Harf. „Denn als meine erste Frau Mechthild an Brustkrebs erkrankte, hat sie sich damals besonders schön für unsere Kinder gemacht. Das hat ihr Selbstvertrauen geschenkt, weil ihre beiden Mädchen sie so als ihre Mama wie eh und je erlebten.“

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