USA

Opiod-Dealer: Trump will Todesstrafe dpa, 19.03.2018 07:53 Uhr

Washington - Die Wirkung von Opioiden hat Nora Volkow selbst erlebt. Nach einem Autounfall bekam die 61-Jährige im Krankenhaus solche Schmerzmittel verabreicht. „Ich flog wie auf Wolken, es war wie im Nirwana“, erinnert sich Volkow. „Aber nicht jeder Mensch hat diese Reaktion, meine Schwester zum Beispiel kotzt davon.“ Volkow, geboren in Mexiko als Ur-Enkelin des russischen Revolutionärs Leo Trotzki, ist seit 2003 Chefin der nationalen Anti-Drogenmissbrauchsbehörde (Nida) der USA – und kämpft derzeit an vorderster Front gegen die Opioid-Epidemie.

Die Zahlen sind dramatisch: Durchschnittlich 115 Menschen starben in den USA in den vergangenen Jahren nach Angaben der Nida jeden Tag an einer Überdosis von Opioiden, darunter Schmerzmittel, Heroin und das synthetische Fentanyl. 2016 gab es einen gewaltigen Anstieg auf rund 62.000 Überdosis-Todesopfer, 22 Prozent mehr als noch im Vorjahr. „Das hat uns wirklich geschockt, denn wir hatten eine Abnahme der Zahlen erwartet“, sagte Volkow jüngst bei der weltgrößten Wissenschaftskonferenz der AAAS (American Association for the Advancement of Science) im texanischen Austin. „Jetzt erwarten wir aber, dass die Zahlen für 2017 noch schlimmer werden.“

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat ähnliche Tendenzen ermittelt. Einem neuen Bericht zufolge stieg die Anzahl vermuteter Überdosis-Fälle zwischen Juli 2016 und September 2017 in 45 Bundesstaaten um 30 Prozent an. Besonders betroffen sei der Mittlere Westen des Landes, wo ein Anstieg von 70 Prozent vermeldet wurde. Ein weiterer Brennpunkt sind demnach Großstädte: In 16 Bundesstaaten hat die Zahl der Betroffenen dort um 54 Prozent zugenommen.

US-Präsident Donald Trump hat die Opioid-Epidemie im Land schon zum „Gesundheits-Notfall“ erklärt. Um das Problem zu bekämpfen, will er nach Angaben hochrangiger Regierungsbeamter einen harten Kurs einschlagen: Bestimmte Drogendealer sollen nach dem Willen des Präsidenten künftig mit dem Tode bestraft werden können. Demnach soll das Justizministerium als Chefanklagebehörde auf Bundesebene in Prozessen die Todesstrafe beantragen, „wenn es unter dem geltenden Gesetz angemessen ist“. Am Montagabend (Ortszeit) sollte Trump im vom Opioid-Problem besonders betroffenen Bundesstaat New Hampshire einen mehrteiligen Plan zur Bekämpfung des massenhaften Missbrauchs von Opioiden vorstellen, hieß es vorab.

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