Antihistaminika der 1. Generation

Geriatrie: Hoggar & Co. weiter ohne Rezept APOTHEKE ADHOC, 02.07.2019 14:25 Uhr

Berlin - Ältere Menschen können auch weiterhin Schlafmittel in der Apotheke ohne Rezept kaufen. Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht lehnte einen Rx-Switch für sedierende Antihistaminika der ersten Generation für Patienten ab 65 Jahren ab. Jedoch werden sich die Experten weiter mit der Thematik unter Berücksichtigung der betreffenden Einzelsubstanzen beschäftigen.

Zur betroffenen Wirkstoffgruppe zählen neben Doxylaminsuccinat beispielsweise Dimenhydrinat und Diphenhydramin. Die Substanzen sind nicht spezifisch für den H1-Rezeptor: Daher durchdringen sie die Blut-Hirn-Schranke und lösen zentrale Nebenwirkungen wie Schwindel oder Müdigkeit aus. Alle drei Wirkstoffe stehen auf der Priscus-Liste: Bei Doxylamin bestehe eine erhöhte Sturzgefahr für ältere Patienten. Diphenhydramin soll außerdem im Zusammenhang mit kognitiven Beeinträchtigungen älterer Personen stehen. Zudem scheinen Diphenhydraminpatienten ein erhöhtes Risiko für Delir-Symptome aufweisen.

Eine Rezeptpflicht für die gesamte Gruppe wurde zwar abgelehnt, jedoch sollen die Wirkstoffe nun einzeln unter die Lupe genommen und bewertet werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll die entsprechenden Unterlagen aufarbeiten.

Kommt es in Zukunft doch zu einer Unterstellung der Verschreibungspflicht von einzelnen Wirkstoffen der Gruppe, wäre es die erste gezielte Verkaufsabgrenzung für Senioren. Triptane dürfen zwar ebenfalls nur bis zum Alter von 65 Jahren rezeptfrei abgegeben werden, die ist allerdings auf die Zulassung zurückzuführen. Schon bei einer früheren Sitzung des Sachverständigenausschusses wurde darum gebeten, einen entsprechenden Antrag auf Unterstellung von Doxylamin unter die Verschreibungspflicht bei älteren Patienten zu stellen. Es wurde auch darum gebeten, eine generelle Verkaufsabgrenzung für Ältere zu überdenken.

Damals sprach sich der Sachverständigenausschuss mehrheitlich für einen Rx-Switch von Doxylamin bei der Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren aus. Seit Jahresbeginn gibt es entsprechende Präparate nur noch auf Rezept. Das Antihistaminikum ist eigentlich zur Beruhigung gedacht, führte teilweise aber zu paradoxen Reaktionen wie Unruhe, Halluzinationen, Angst und Krämpfen. Die größte Gefahr bestehe jedoch durch das mögliche Auftreten einer Atemdepression, wenn das Medikament überdosiert wird.

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