Hormonelle Verhütung

Pille: Jede dritte Frau leidet unter Nebenwirkungen APOTHEKE ADHOC, 04.07.2019 14:33 Uhr

Berlin - Orale Kontrazeptiva stehen in Deutschland ganz oben auf der Liste der Verhütungsmittel. Dass die Einnahme der Hormonpräprate zu unangenehmen und teilweise gefährlichen Nebenwirkungen führen kann, ist mittlerweile bekannt. Eine repräsentative Umfrage des Startups Medikura in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Promio stellt die Auswirkungen dar und macht auf die Hemmschwelle bei der Meldung von Nebenwirkungen aufmerksam.

An der Umfrage nahmen 1276 Frauen im Alter von 25 bis 60 Jahren teil. Knapp die Hälfte verwendete Verhütungsmittel: 63 Prozent davon nahmen orale Kontrazeptiva ein, 28 Prozent verwendeten Kondome, 12 Prozent die Spirale. Nuvaring und Kupferkette bildeten mit 4 und 3 Prozent das Schlusslicht. Die Studie dokumentierte die Nebenwirkungen: Von Zwischenblutungen, Pigmentflecken, Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen und Libido-Verlust bis hin zu Thrombosen und Krebserkrankungen sowie Depressionen mit Suizidgedanken war alles vertreten.

72 Prozent der Frauen gaben an, die Pille wegen Nebenwirkungen schon einmal gewechselt zu haben, 27 Prozent der Teilnehmerinnen sogar schon mehrfach. Ein Drittel hat das Hormonpräparat jedoch trotz der unangenehmen Nebenwirkungen nicht gewechselt oder abgesetzt. Das liege auch am fehlenden Bewusstsein für die Nebenwirkungen von Medikamenten. „Frauen unterschätzen die Risiken von Hormonpräparaten immer noch, weil viele ihre Beschwerden gar nicht mit der Pille in Verbindung bringen“, erklärt Dr. Friderike Bruchmann, Geschäftsführerin von Medikura. Handlungs- und Aufklärungsbedarf bestehe beispielsweise bei der Einführung neuer Varianten der Pille: Vielfach kämen diese ohne Langzeitstudien auf den Markt. Daher sei es unerlässlich, dass Frauen eventuelle Nebenwirkungen bei der Einnahme auch meldeten.

Obwohl jedes Jahr sechs Millionen Menschen unter den Nebenwirkungen von Medikamenten litten, würden in Deutschland nur etwa 1 Prozent aller Nebenwirkungen gemeldet. Dies könne am bisher sehr komplexen Meldeprozess liegen: Hoher Dokumentationsaufwand, analoge Systeme und teils fehlende Informationen stellten eine große Hemmschwelle dar – nicht nur für Patienten, sondern auch für Ärzte, Apotheker und andere medizinische Fachkreise. „Mit Nebenwirkungen.de wollen wir die Sicherheit von Arzneimitteln erhöhen und Informationen zu Medikamenten in Echtzeit austauschen“, erklärt Bruchmann.

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