Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten Alexandra Negt, 08.01.2020 14:02 Uhr

Antibiotikaassoziierte Kolitis

Das grampositive, anaerobe Bakterium Clostridioides difficile ist kein Bestandteil der physiologischen Darmflora. Bei drei bis sieben Prozent aller Erwachsenen lässt sich der Keim ohne Krankheitssymptome nachweisen. Bei Säuglingen ist die Zahl weitaus höher: 50 Prozent tragen das Bakterium in sich. Patienten im Krankenhaus scheiden Clostridioides difficile mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent aus. Auch nach Absetzen kann ein Antibiotikum eine antibiotikaassoziierte Kolitis auslösen, bis zu vier Wochen nach Einnahmeende kann es zur Krankheitsentstehung kommen.

Ursache für die Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhoe ist meist eine nosokomiale Infektion mit virulenten Keimen, die durch eine Antibiotikatherapie gebahnt wird. Risikofaktoren sind höheres Lebensalter, ein längerer Klinikaufenthalt und Sondenernährung.

Therapie

  • Absetzen der momentanen Antibiotikatherapie
  • Einnahme von Saccharomyces boulardii (Hefe)
  • Wasser- und Elektrolythaushalt normalisieren
  • Antibiotikatherapie mit Metronidazol
  • Rezidiv-Therapie: Vancomycin (in Kombination mit Metronidazol möglich)
  • Stuhltransplantation

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