Versandapotheken

Die Geschäfte der Shop-Apotheke Patrick Hollstein, 15.11.2016 10:21 Uhr

Berlin - Die Shop-Apotheke ist an der Börse. Mit einer beeindruckenden Wachstumsstory und der Vision von einem europaweit aktiven OTC-Versender haben die Gründer einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kasse geholt und dafür rund die Hälfte ihrer Anteile abgegeben. Der Fall ist mehr als ein Zeugnis unternehmerischer Cleverness: Er zeigt, dass es im Versandhandel darum geht, sich als neuer Vertriebskanal zu positionieren – und dass selbst Millionenverluste keine Rolle spielen, wenn es darum geht, den Vor-Ort-Apotheken das Geschäft streitig zu machen.

Nach den Zahlen von IMS Health und Insight Health wächst der Versandhandel mit Non-Rx-Produkten seit Jahren im einstelligen Bereich. Mit dem Börsengang der Shop-Apotheke wurden diese Zahlen regelrecht vom Tisch gefegt: Denn erstmals gewährte das Unternehmen einen detaillierten Einblick in seine Zahlen. Weil die Marktforschungsunternehmen bis dahin nicht mit Informationen beliefert wurden, waren vom tatsächlichen Wachstum viele Beobachter überrascht.

2015 erwirtschaftete die Shop-Apotheke mit 310 Vollzeitbeschäftigten einen Umsatz von 125,5 Millionen Euro, das waren 48 Prozent mehr als im Vorjahr, in dem der Umsatz um 53 Prozent zugelegt hatte. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lag der Umsatz mit 82 Millionen Euro immer noch 36 Prozent über Vorjahresniveau. Der Löwenanteil von 85 Prozent wird in Deutschland erwirtschaftet, der Rest verteilt sich auf Österreich (seit April 2012), Frankreich und Belgien (seit März beziehungsweise Juli 2015). Shop-Apotheke ist bei OTC- und Freiwahlprodukten stark, der Rx-Bereich lag 2015 mit 2,6 Millionen Euro auf niedrigem, aber stabilem Niveau.

Nach eigenen Angaben hat die Shop-Apotheke aktuell knapp 1,5 Millionen aktive Kunden, das sind Verbraucher, die innerhalb von zwölf Monaten mindestens einmal bestellen. Dieser Wert ist zuletzt linear um 31 Prozent gewachsen und hatte Ende 2015 noch bei 1,27 Millionen gelegen. Knapp drei Viertel der 2,8 Millionen Bestellungen im vergangenen Jahr (plus 44 Prozent) beziehungsweise 1,8 Millionen Bestellungen in den ersten sechs Monaten (plus 36 Prozent) waren Aufträge von Kunden, die im jeweiligen Zeitraum bereits einmal Ware geordert hatten. Die Rückläuferquote liegt bei 0,7 Prozent; mit einem speziellen Algorithmus werden Rechnungsausfälle bereits bei der Auswahl der Zahlungsmethode minimiert.

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