TK-Modellprojekt

Apotheker Gnekow erklärt eRezept Nadine Tröbitscher, 31.01.2019 15:08 Uhr

Berlin - Die Privilegierte Adler Apotheke ist eine der ältesten Hamburgs – und gleichzeitig eine der modernsten der Hansestadt. Im Stadtteil Wandsbek ist Inhaber Holger Gnekow Vorreiter in Sachen eRezept; er nimmt am Pilotprojekt der Techniker Krankenkasse (TK) teil. Gestern berichtete darüber der NDR – scharfgestellt wird die Software jedoch erst in vier Wochen, wie Gnekow erzählt.

Die Testdemonstration für den NDR-Beitrag war eine einmalige Angelegenheit, berichtet der Apotheker. „Ab März beginnt die Pilotphase. Wir wollen zeigen, dass das eRezept technisch umsetzbar ist.“ Dabei würden alle gesetzlichen Anforderungen inklusive der neuen Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erfüllt. Die Laufzeit des Modellprojektes ist auf 18 Monate festgelegt. Zu Beginn ist das Projekt auf den Postleitzahlenbereich 22041 beschränkt. So könne man sehen, welche Feinheiten noch zu ändern seien und was bereits gut laufe. Alle Ärzte und Apotheken in Wandsbek können sich für das Modellprojekt einschreiben. Es handelt sich laut Gnekow nicht um einen „Closed Shop“. „Wenn alles läuft, ist das Projekt zügig für alle anderen Stadtteile offen.“

Die Prozedur läuft wie folgt: Der Arzt verordnet ein Medikament, nicht wie gewohnt als Papierrezept sondern über einen QR-Code. Die elektronische Unterschrift kommt mittels Kartenleser und persönlicher PIN auf das digitale Rezept. Der Code wird per Klick über die LifeTime-App auf das Handy des Patienten geschickt. Laut dem Hamburger Unternehmen Connected Health, das hinter LifeTime steckt, nutzen bereits mehrere hundert Ärzte die App, um digital und datenschutzkonform Dokumente an Kollegen und Patienten zu senden. Jetzt kann der Patient entscheiden, ob und wo er seine Verschreibung einlöst, denn er hat die Hoheit über den Code.

Entscheidet sich der Patient, das eRezept in der Apotheke einzulösen, wird dort der Code abgescannt, verifiziert und entwertet. So kann sichergestellt werden, dass die elektronische Verordnung nur einmal eingelöst werden kann. Anschließend wird das Rezept in der EDV verarbeitet, mit einem Taxat versehen und schließlich zur Abrechnung an das Rechenzentrum weitergeleitet. Im Pilotprojekt wird ausschließlich über das Rechenzentrum König abgerechnet, das je zur Häfte Zur Rose und Shop-Apotheke gehört. Gnekow sieht darin kein Problem: „Das ist ein Pilotprojekt für die Apotheke vor Ort. Das hat mit dem Versandhandel nichts zu tun.“

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