Schmerzentstehung

Forscher entdecken neues Schmerzorgan APOTHEKE ADHOC, 13.11.2019 12:06 Uhr

Berlin - Jeder Mensch leidet von Zeit zu Zeit unter verschiedenen Arten von Schmerzen: Forscher des Karolinska Instituts in Schweden haben nun ein neues sensorisches Rezeptororgan in der Haut von Mäusen entdeckt, das schmerzhafte mechanische Schäden wie Stiche und Schläge erkennen kann. Die Entdeckung wurde im Fachjournal „Science“ veröffentlicht.

Schmerzen verursachen einen erheblichen Leidensdruck bei Patienten. Schmerzmittel zählen daher mit zu den Arzneimitteln, die weltweit am häufigsten verordnet werden. Dem Institut zufolge leidet fast jede fünfte Person sogar unter anhaltenden Schmerzen. Daher bestehe ein erheblicher Bedarf, neue Ansätze für Schmerzmittel zu finden. Bisher ging man davon aus, dass Schmerzreize über freie Nervenendigungen in der Haut wahrgenommen werden: Reize wie extreme Hitze oder Kälte sowie Druck lösen demnach Aktionspotenziale aus, die im Gehirn als Schmerz wahrgenommen werden.

Das Forscherteam zeigte nun den Einfluss der Gliazellen: Diese bilden das Stützgerüst für die Nervenzellen und sorgen mit ihrer Umhüllung für eine elektrische Isolation. Außerdem sind sie am Flüssigkeitsaustausch und am Stofftransport im Gehirn beteiligt. Desweiteren wird ihnen eine Beteiligung an der Informationsverarbeitung, -speicherung und -weiterleitung zugesprochen. Die Forscher stellten fest, dass auch die Nervenendigungen außerhalb des zentralen Nervensystems von Gliazellen umgeben sind. Dort reagieren sie auf Schmerzreize und leiten die Signale an die Nervenendigungen weiter.

Das bisher unbekannte Organ wurde in der Haut von Mäusen entdeckt: Es handelt sich um ein Netzwerk von nozizeptiven „Schwann-Zellen“, welches empfindlich gegenüber gefährlichen Umweltreizungen ist. Das Organ besteht aus Gliazellen mit mehreren langen Vorsprüngen, die sich verknüpfen. Über ihre Zellausläufer bilden sie ein feines Netzwerk, das bis in die Epidermis reicht. Den Forschern zufolge ist das neu entdeckte Organ empfindlich gegen schmerzhafte mechanische Schäden. Die Zellen, aus denen sich das Organ zusammensetzt, reagieren sehr empfindlich und können daher zur Erkennung schmerzhafter Nadelstiche oder Druck beitragen. In verschiedenen Experimenten blockierten die Forscher das Organ und stellten fest, dass die Fähigkeit, mechanische Schmerzen zu spüren, verringert war.

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