Arzneipflanzen

Aus dem Tagebuch von Cimicifuga racemosa Deniz Cicek-Görkem, 05.02.2018 14:40 Uhr

Berlin - Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) hat eine jahrhundertealte Tradition in der Anwendung als Heilpflanze. Auch heute nimmt sie einen bedeutenden Platz in der Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden ein.

Cimicifuga racemosa gehört botanisch zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse) und ist vor allem im Nordosten der USA und Kanadas verbreitet. Schon die Schamanen nutzten die Pflanze für die unterschiedlichsten Indikationen – darunter Beschwerden wie Erschöpfungszustände, Rheumatismus und Bronchialkatarrh.

Medizinisch wird heute das Rhizom mit Wurzel genutzt. Die Droge ist reich an Harzen und Bitterstoffen. Außerdem wurden tetracyclische Triterpenglykoside wie Actein und Cimicifugosid sowie ihre Aglyka, zum Beispiel Acetylacteol und Cimigenol, isoliert. Der Wirkmechanismus ist nicht eindeutig aufgeklärt, früher wurden östrogenartige Effekte der Inhaltsstoffe postuliert. Dies ist jedoch zunehmend in den Hintergrund gerückt. Heute werden den Triterpenen eine aktive Rolle zugesprochen und eine Funktion als selektiver Estrogen-Rezeptor-Modulator (SERM) diskutiert.

Aus Studien ist bekannt, dass die Inhaltsstoffe unter anderem zentralnervös wirken, da sie die Blut-Hirn-Schranke passieren können. Zudem binden sie an Serotonin-, Dopamin- und GABA-Rezeptoren. Außerdem wurden Effekte auf Ebene der neuronalen Proteinexpression beobachtet. Im EKG kam es zu Modifikationen der elektrischen Hirnaktivität, beispielsweise stellten die Wissenschaftler je nach Hirnregion unterschiedliche Veränderungen an zentralnervösen μ-Opioidrezeptoren fest. Die LH-Pulsfrequenzen nach Verabreichung eines Opioidantagonisten haben gezeigt, dass diese Effekte nicht östrogenartig sind.

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