Rückrufwelle

Valsartan: Eine Patientin berichtet APOTHEKE ADHOC, 10.07.2018 10:50 Uhr

Berlin - Die Rückrufwelle überfordert alle: Seit Tagen herrscht in den Apotheken Ausnahmezustand. Das Chaos um Valsartan nimmt kein Ende. Ärzte und Apotheken sind in Erklärungsnot und Patienten verunsichert. Klar ist nur, dass der vom chinesischen Unternehmen Zhejiang Huahai Pharmaceutical hergestellte Wirkstoff mit dem als möglicherweise krebserregend eingestuften N-Nitrosodimethylamin verunreinigt ist. Zum Endprodukt könne man jedoch noch keine Angaben machen. Die Rückrufe erfolgen vorsorglich. Die Patientensicherheit sei nicht Gefahr. Dieser Fall einer Betroffenen beschreibt das aktuelle Chaos.

Eigentlich war alles wie immer, der Arzt stellte ein Rezept über Valsartan aus und die Apotheke sollte dieses beliefern. Heumann sollte abgegeben werden – soweit der Rabattvertrag. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hersteller jedoch schon alle im Umlauf befindlichen Chargen zurückgerufen. Die Apotheke wich auf Stada aus. Da die Landesbehörden für Qualitätsmängel bei Arzneimitteln zuständig sind, laufen die Rückrufe der einzelnen Hersteller nacheinander auf.

Die betroffene Kundin recherchierte im Internet zu Valsartan und fand einen Abend später das Generikum aus Bad Vilbel auf der Rückrufliste. Daraufhin wandte sie sich an die Apotheke, die zu diesem Zeitpunkt noch nichts von dem Rückruf wusste. Bei der Kundin herrscht Unverständnis: „Wie kann es sein, dass die Apotheke von dem Rückruf noch nichts wusste?“

Die Recherche ergab außerdem, dass Ware von Novartis, TAD und Mylan dura nicht vom Rückruf betroffen ist. Novartis produziert den Wirkstoff nach eigenen Angaben in Irland und der Schweiz, TAD bezieht Valsartan aus Slowenien von Krka Pharma und Mylan dura produziert selbst in Indien. Die Kundin hielt Rücksprache mit der Ärztin und hoffte auf ein neues Rezept. „Die Apotheke durfte mir ja das Arzneimittel nicht austauschen. Ich solle ein neues Rezept besorgen, hieß es“, erzählt die Kundin. Aber die Ärztin fürchtete einen Regress, wenn sie das Original von Novartis mit aut-idem verordnen würde.

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