Schweiz

Sterbehilfe: Apotheker verweigern Pentobarbital Eugenie Ankowitsch, 10.04.2018 15:06 Uhr

Das ist auch einer der Vorwürfe von Swissmedic, das für die Bewilligung, Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in der Schweiz zuständig ist. Das Institut bemängelte, dass Preisig das Arzneimittel selbst bezogen hat, und zwar ohne eine schriftliche Vollmacht des Patienten. Auf Anfrage von APOTHEKE ADHOC teilte die Aufsichtsbehörde mit, dass die Auslieferung des NaP zwar grundsätzlich auch an den zuständigen Arzt erfolgen kann. Allerdings nur in Vertretung des Patienten. Das heißt, dass der Patient dem Arzt eine schriftliche Vollmacht hierfür erteilten müsse. Als „heikel“ bezeichnete Swissmedic außerdem, dass – wie bei Preisig – „eine Person im Ablauf eines Falls von Sterbehilfe mehrere Rollen innehat“. Das sieht auch die Staatsanwaltschaft kritisch.

Indes soll Preisig, die noch diese Woche eine Patientin in den Tod begleiten soll, das Präparat schweizweit nirgends mehr erhalten. Keine der wenigen Apotheken, die NaP anbieten, gibt es an Preisig ab. „Es haben wohl alle Angst, ins Verfahren hineingezogen zu werden“, vermutet der Kantonsapotheker.

Noch Anfang des Jahres soll Preisig laut Baseler Zeitung NaP bei derselben Zürcher Apotheke wie die anderen Sterbehilfeorganisationen Exit und Dignitas bezogen haben, und zwar mit schriftlichen Vollmachten der Patienten. Seit die Staatsanwaltschaft die Apotheke aber vor Kurzem per Brief über das Verfahren informiert habe, verweigere auch diese die Herausgabe an Preisig. Zwingen kann man nach Angaben des Kantonsapothekers aber niemanden, da für die Apotheken die Beschaffung und Abgabe von NaP freiwillig sei. Bis das Verfahren abgeschlossen ist und Rechtsklarheit herrscht, dürfte es seiner Einschätzung nach für Preisig schwierig werden, das Medikament zu bekommen.

„Die in der Schweiz erlaubte Freitodbegleitung wird mir von den Behörden verunmöglicht“, kritisierte die Hausärztin, die sich nun sogar zu Verschwörungstheorien hinreißen lässt. In der Basellandschaftlichen Zeitung äußerste Preisig die Vermutung, dass die Staatsanwaltschaft des großen Aufwands überdrüssig sei, den sie ihr bereite. Denn diese müsse wie Polizei und Gerichtsmedizin nach jeder Sterbebegleitung nach Liestal kommen und abklären, ob alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Deshalb glaubt Preisig, die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren mit dem Ziel angestrebt, dass sie kein NaP mehr bekomme.

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