Comjoodoc

Heilberufler-Plattform: Vom Flughafen in die Apotheke Tobias Lau, 18.09.2019 12:31 Uhr

Berlin - Die Kommunikation von Apotheker zu Arzt zählt zu den regelmäßigen Ärgernissen in der Offizin. Auch dass es keine gemeinsame Kommunikationsplattform aller Apotheker gibt, stößt vielen Pharmazeuten auf. Das Berliner Unternehmen Comjoo schickt sich nun an, beides zu ändern: In einer Plattform will es Patienten und Heilberufler in sogenannten „Vertrauensnetzen“ zusammenführen – davon profitieren sollen alle.

Angefangen hat es mit Flughäfen. „Eigentlich haben wir eine Plattform für die vernetzte Zusammenarbeit von Leuten entwickelt, die global, schnell, vernetzt und interdisziplinär arbeiten“, erklärt Geschäftsführer Martin Högl. 2011 gründete der Wirtschaftsingenieur Comjoo und entwickelte einen Prototypen, der bei großen Projekten eine reibungslose Zusammenarbeit ermöglichen soll. Seine ersten Kunden waren Flughafengesellschaften. „Da hat man immer so 100 Leute, die für einen Zeitraum von 6 Monaten über Landesgrenzen hinweg eng zusammenarbeiten müssen“, erklärt er. Auch Anwälte und Architekten zählten zu den Kunden.

Doch mit der Übertragbarkeit von Branche zu Branche ist es so eine Sache: Zu unterschiedlich sind die Anforderungen. „Wir haben dann festgestellt, dass wir uns auf eine Branche konzentrieren müssen, deren Bedarf auch groß genug ist“, sagt Högl. So landete er in der Gesundheitsbranche. Eine willkürliche Wahl sei das nicht gewesen, beteuert er. „Meine Frau ist Ärztin, meine Tochter studiert Medizin. Ich hatte immer einen engen Draht ins Gesundheitswesen.“

Also begann Comjoo, die Plattform auf die Bedürfnisse anzupassen und verkaufte sie ab 2015 an mehrere Kliniken, darunter die Berliner Charité. Seit vergangenem Jahr arbeitet deren Abteilung für Nephrologie und internistische Intensivmedizin mit der Anwendung Comjoodoc. Aber Högl will nicht nur Krankenhausabteilungen besser vernetzen, er arbeitet derzeit am großen Wurf für sein Unternehmen: Comjoodoc soll bundesweit Ärzte, Apotheker, Therapeuten und Pfleger untereinander und dann wiederum mit ihren Patienten und Kunden vernetzen. Mittels verschlüsselter Text-, Sprach- und Bildübermittlung soll so ein organisationsübergreifendes Versorgungs- und Vorgangsmanagement ermöglicht werden: Vom einfachen Beratungschat über Vorbestellungen bis hin zur Anforderung von Folgeverordnungen und der Übermittlung von Befunden soll alles zusammengeführt werden. Auch das elektronisches Rezept steht natürlich auf dem Plan. Sobald es da ist, soll es voll in die App integriert werden.

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