Bayern

Öko, aber kein Grüner: Apotheker will in den Landtag Tobias Lau, 29.09.2018 08:55 Uhr

Berlin - Mit den Standesvertretern unzufrieden, von den etablierten Parteien frustriert, wütend auf die Eliten: Dass einen das nicht gleich in die Arme der AfD treiben muss, zeigt Thomas Müller aus dem bayerischen Burgkunstadt. Der Inhaber der Alten Apotheke kandidiert bei den Landtagswahlen für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), eine gar nicht so kleine Kleinpartei. Unter den Landtagskandidaten ist er als Apotheker eine Rarität.

Weltgewandt, aber heimatverbunden: So beschreiben sich viele Bayern gern selbst. „Lernen muss man draußen“, hieß das bei Thomas Müllers Vater. Müller stammt aus einer Apothekerfamilie, bereits sein Urgroßvater hatte 1895 die erste Apotheke in Burgkunstadt eröffnet. Seitdem ist die Familie dort verwurzelt. Nach dem Pharmaziestudium in Erlangen sollte der frisch gebackene Pharmazeut aber entsprechend der Vorgabe seines alten Herrn erst einmal nicht im Familienbetrieb arbeiten, sondern jenseits der Heimat Erafhrungen sammeln. Nach drei Jahren und sechs Stationen, unter anderem in Stuttgart, Rheinberg und Bremerhaven, kehrte er 1984 in die heimische Apotheke zurück.

1986 übernahm er sie dann als Inhaber und machte sie zukunftsfest. „Ich habe mir die Apotheke angeschaut und überlegt, was es da für Möglichkeiten gibt“, erinnert er sich. Er habe eine Einrichtung gewollt, die auch in vielen Jahren noch zeitgemäß ist. „Ich habe mich dann für eine große und moderne Sichtwahl entschieden – und die kann sich selbst heute noch sehen lassen.“

Dieser Blick für das Größere ist es auch, den Müller für seine politischen Standpunkte beansprucht. „Mir ging es immer um eine auf die langfristige Zukunft orientierte Politik – und damit haben sie es in der CSU nunmal sehr schwer“, erklärt er seine politische Heimatfindung. Zwar sei er seit seiner Jugend ein politischer Mensch gewesen. „Meine Ziele waren schon immer Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung“, sagt er. Seine parteipolitische Heimat fand er dann aber erst 1995, als er ein Treffen der ÖDP besuchte.

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