Retax-Falle

Import: Aut-idem außer Kraft APOTHEKE ADHOC, 14.07.2017 09:15 Uhr

Berlin - Steht das Aut-idem-Kreuz über allem? Immerhin verbietet es den Austausch bei Generika. Aber wie ist es bei Importen? Hier gilt: Rabattiertes Original hat Vorrang, das Kreuz verhindert den Austausch nicht.

Liegt eine Verordnung über ein Originalarzneimittel vor, ist es unerheblich, ob Aut-idem gesetzt ist oder nicht – denn grundsätzlich verhindert das Kreuz den Austausch zwischen Original und Reimport nicht. Was zählt, ist allein der Rabattvertrag; er hat Vorrang. Das verordnete Original darf abgegeben werden, wenn ein entsprechender Rabattvertrag vorliegt.

Umgekehrt verhält es sich genauso: Ist ein Reimport verordnet, zählt ebenfalls der Rabattvertrag – unabhängig vom Aut-idem-Kreuz. Die Apotheke muss also in beiden Fällen das Aut-idem-Kreuz missachten, sonst läuft sie Gefahr, auf Null retaxiert zu werden. Freie Auswahl hat der Apothekenmitarbeiter nur, wenn für Original und Reimport ein Rabattvertrag vorliegt. Liegt kein Rabattvertrag vor, kann unter Beachtung der Preisgrenze des Netto-Verkaufspreises selbst entschieden werden, was abgegeben wird. Das abgegebene Arzneimittel darf nicht teurer sein als das verordnete.

Bestehen bezüglich eines Austausches Bedenken, kann dieser unter Verwendung der Sonder-PZN verhindert werden. Apotheker können den Faktor 6 für Pharmazeutische Bedenken nutzen. So kann im Falle einer Original-Verordnung mit Aut-idem-Kreuz ein Austausch auf den rabattierten Import und umgekehrt verhindert werden. Auf der Verordnung ist dann ein entsprechender Vermerk mit Datum und Unterschrift vorzunehmen.
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