Mikrobiom

Darm gut, Psyche gut: Probiotika bei Depression? Deniz Cicek-Görkem, 13.04.2018 11:42 Uhr

Berlin - Eine Dysbalance gesundheitsfördernder Bakterien im Darm wird mit verschiedenen Krankheiten assoziiert, unter anderem Depression. Aus Studien ist bekannt, dass die Bakteriengemeinschaft im Darm eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung normaler Gehirnfunktionen spielt. Schätzungsweise sind weltweit mehr als 350 Millionen von einer Depression betroffen. Könnten Probiotika die Behandlung dieser Patienten revolutionieren?

In den vergangenen Jahren haben Probiotika deutlich an Bedeutung gewonnen, die breite Palette klinischer Anwendungen reicht von Magen-Darm-Störungen und Autoimmunerkrankungen bis zu Hauterkrankungen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es eine Darm-Gehirn-Achse gibt, die für die biochemische Signalübertragung zwischen dem Gastrointestinaltrakt und dem zentralen Nervensystem (ZNS) verantwortlich ist. Sie gilt als neuroendokrines System, das Gehirn und Gastrointestinaltrakt verbindet und eine wichtige Rolle bei der Stressreaktion und -verarbeitung spielt.

Die Homöostase dieses Systems ist wichtig für die psychische Gesundheit, ihre Veränderungen sind mit neurologischen Störungen und neurodegenerativen Erkrankungen verbunden. Doch Störungen der Darm-Hirn-Achse werden auch mit körperlichen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Neuere Forschungsarbeiten haben zudem postuliert, dass eine Immundysregulation als Teil der Pathogenese der Depression betrachtet werden kann.

Das Darmmikroben ist ein dynamisches Ökosystem, das durch äußere Faktoren wie Nahrungszusammensetzung, Antibiotika, Xenobiotika oder auch Prä- und Probiotika verändert werden kann. Stoffwechselprodukte des Mikrobioms können sowohl die Zusammensetzung der Darmbakterien als auch die Biochemie des Gehirns beeinflussen. Forschungen zeigen, dass Modifikationen der Bakterien-Zusammensetzung im Darm durch natürliche bioaktive Moleküle wie Probiotika dazu verwendet werden könnten, um veränderte Gehirnfunktionen wiederherzustellen. Einige präklinische und klinische Studien zeigen bereits die positiven Auswirkungen von Probiotika auf depressive Symptome. Diese Verbindungen könnten daher als neue Therapiestrategie für die Behandlung neuropathologischer Zustände in Erwägung gezogen werden.

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