Monoklonale Antikörper

Etokimab gegen Neurodermitis: Erfolg in Phase II Cynthia Möthrath, 07.01.2020 12:07 Uhr

Berlin - In vielen Fällen wird eine Neurodermitis topisch behandelt, schwere Fälle müssen jedoch systemisch therapiert werden. Der monoklonale Antikörper Etokimab konnte in einer Phase-II-Studie nun positive Ergebnisse erreichen – damit könnte er bald den zweiten Antikörper zur Behandlung der atopischen Dermatitis darstellen.

Neurodermitis, häufig auch als atopische Dermatitis bezeichnet, ist eine weit verbreitete chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch wiederkehrende Schübe mit starkem Juckreiz gekennzeichnet ist: Betroffene leiden unter trockener, schuppiger und geröteter Haut. Neurodermitiker weisen eine gestörte Hautbarriere auf, die Ursachen sind vielfältig und der Verlauf der Hauterkrankung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst: So spielt die genetische Veranlagung ebenso eine Rolle wie Veränderungen des Mikrobioms oder verschiedene Umwelteinflüsse.

Bis zu einem Fünftel der Bevölkerung in westlichen Industrieländern ist betroffen: Bei Kindern sind das rund 10 bis 20 Prozent, bei den Erwachsenen immerhin noch 2,1 bis 4,9 Prozent. Die Prävalenz hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt. Reicht eine lokale Therapie mit Salben, Creme oder Lotionen nicht aus, um die Symptomatik in den Griff zu bekommen, können verschiedene systemische Therapieformen zum Einsatz kommen – eine davon sind monoklonale Antikörper. Bisher steht nur Dupilumab zur Verfügung. Das Biologikum wurde vor zwei Jahren zur Behandlung der Neurodermitis zugelassen und hemmt die Rezeptoren für die Signalwege der Interleukine 4 und 13.

Nun könnte mit Etokimab bald ein weiterer Antikörper auf den Markt kommen. In einer ersten klinischen Studie konnte der Wirkstoff eine deutliche Linderung der Neurodermitis erzielen. Etokimab besitzt Wirkungen auf ein anderes Zytokin – das Interleukin 33. Normalerweise wird es von den geschädigten Hautzellen freigesetzt und leitet eine Entzündungsreaktion ein. Etokimab neutralisiert dieses Zytokin, sodass die Entzündungskaskade unterbrochen wird. Charakteristische Symptome wie Nässen, Rötung und Juckreiz werden gelindert.

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