Phytotherapie

Schleimstoffe: Balsam für den Hals APOTHEKE ADHOC, 25.09.2019 14:19 Uhr

Berlin - Egal ob durch Erkältung oder Überbeanspruchung: Die Schleimhäute von Mund, Rachen und Hals können schnell austrocknen. Die Folge davon können Reizungen, Heiserkeit, Husten oder Halsschmerzen sein. Eine gute Abhilfe können Schleimstoffe schaffen, die in vielen Heilpflanzen enthalten sind. Kommen sie mit der Schleimhaut in Mund und Hals in Kontakt, legen sie sich wie ein schützender Film darüber. Die darunterliegende Schleimhaut kann sich beruhigen und gereizte oder entzündete Bereiche können abheilen; Trockenheit wird gelindert und Reizhusten gestoppt. Hier kommen die wichtigsten Vertreter im Überblick.

Eibisch
Ein bekannter Vertreter der schleimstoffhaltigen Drogen ist die Eibischwurzel. Zwar enthalten auch die Blätter der Pflanze Schleimstoffe, jedoch enthält die Wurzel deutlich mehr: Eibischwurzel besteht zu 10 bis 20 Prozent aus Schleimstoffen, die Blätter enthalten meist nur bis zu 10 Prozent. Die bedeutsamsten Substanzen der Pflanze sind Glucane, Arabinogalactane und Rhamnogalacturonane. Eibischwurzel wirkt daher schützend, reizlindernd und entzündungshemmend. Ein Tee aus Eibischwurzel sollte immer kalt zubereitet werden: Zwei Teelöffel Eibischwurzel werden mit 250 ml kaltem Wasser übergossen und soll etwa zwei Stunden ziehen. Anschließend kann der Auszug auf die gewünschte Trinktemperatur erwärmt werden.

Spitzwegerich
Neben Schleimstoffen enthält der Spitzwegerich vor allem Gerbstoffe, Bitterstoffe und das Glykosid Aucubin. Er wirkt damit entzündungshemmend, reizlindernd, adstringierend und hustenstillend. Daher kann er gut bei Reizungen des Mund- und Rachenraumes sowie bei Husten eingesetzt werden und findet sich häufig in Hustenteemischungen, Hustenbonbons und Hustensäften. Der Tee sollte abgedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen. Anschließend kann er getrunken oder zum Gurgeln verwendet werden. Beliebt ist auch der Einsatz als Spitzwegerichsirup: Dieser hat sich als Husten- und Schleimlöser bewährt. Neben Spitzwegerichblättern besteht er meist aus Wasser, Zucker, Zitronensaft und häufig etwas Honig.

Malve
Die hauptsächliche Anwendung der Malve liegt in der Behandlung von Erkältungsbeschwerden sowie bei Entzündungen und Reizungen im Mund- und Rachenraum. Die enthaltenden Schleimstoffe sind für die meisten Wirkungen verantwortlich, außerdem enthält sie Gerbstoffe und ätherische Öle. Sie wirkt dadurch reizlindernd, schleimhautschützend und antibakteriell. Für die Zubereitung eines Malventees, sollten ein bis zwei Teelöffel Malvenblüten mit 250 ml heißem Wasser übergossen werden. Nach einer Ziehzeit von etwa zehn Minuten wird der Tee schlückchenweise getrunken. Auch die Herstellung eines Kaltmazerats ist möglich: Hierfür werden ein bis zwei Teelöffel Malvenblüten oder Malvenblätter mit 250 ml lauwarmem Wasser versetzt und für sieben bis neun Stunden ziehen gelassen. Anschließend kann das Mazerat getrunken oder damit gegurgelt werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort

Weiteres
Markt

Schmerzmittel

Neu von Aliud: Ibuprofen als Direktgranulat»

Kooperationen

MVDA und Phoenix raufen sich zusammen»

Ärzte vs. Bewertungsplattform

Jameda muss zwei Profile löschen»
Politik

Pro Generika

Generikachefs erklären Lieferengpässe»

Digitalisierung

eRezept: DAV-App kostet eine Million Euro»

Zustimmung im Bundestag

PTA-Reform: Jetzt ist der Bundesrat am Zug»
Internationales

Reform des Heilmittelgesetzes

Schweiz: Apotheker können Rx ohne Rezept abgeben»

Zweite Apotheke in Eugendorf

Selbstständig – nach 25 Berufsjahren»

Rx-Switch

Schweden: Diclofenac nur noch auf Rezept»
Pharmazie

Klinische Prüfung

Studien: Eine Million Probanden, keine Zwischenfälle»

Proliferative diabetische Retinopathie

Lucentis: Zulassung erweitert»

Schmerzmittel

Diclofenac: Jeder zehnte Fall kontraindiziert»
Panorama

Falsche Adresse im Gewerbegebiet

Apotheker verfolgen illegalen Versender»

US-Behörde meldet

35.000 Tote pro Jahr durch antibiotikaresistente Keime»

Hal Allergy

Mysteriös: Faxe verschwinden im Nirwana»
Apothekenpraxis

Lieferengpässe

Nach 24 Stunden: Apotheken dürfen Rabattvertrag ignorieren»

Umfassende Ausbildungsreform

Pharmaziestudium: ABDA will MC abschaffen»

Wangerooge

Apothekerin kauft Geld bei der Eisdiele»
PTA Live

LABOR-Download

Checkliste: Arzneimittel-Missbrauch»

Münster

PTA-Schule: Umzug und Verkaufsgespräche»

PTA-Reform

2,5 Jahre: Union lehnt längere Ausbildungszeit ab»
Erkältungs-Tipps

Heilpflanzenporträt

Echinacea: Die Erkältungspflanze»

Erkältungsbalsam

Frei Atmen dank ätherischer Öle»

Nasennebenhöhlenentzündung

Chronische Sinusitis: Schleichende Infektion»
Magen-Darm & Co.

Darmerkrankungen

Divertikel: Darmausstülpungen mit Risiken»

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Zöliakie: Gluten vs. Darm»

Heilpflanzenporträt

Sennesfrüchte: Natürlich abführen mit Einschränkungen»
Kinderwunsch & Stillzeit

Wochenbettdepression

Vom Tief nach der Geburt»

Behördengänge

Geburtsurkunde, Krankenkasse & Co. – An alles gedacht?»

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»