Purdue-Insolvenz

Mundipharma: Eigentümerfamilie schafft eine Milliarde beiseite APOTHEKE ADHOC, 16.09.2019 13:43 Uhr

Berlin - Im Streit um Schuld und Sühne des US-Pharmakonzerns Purdue ist derzeit viel Bewegung: Nachdem bekannt wurde, dass die Eigentümerfamilie Sackler über 10 Milliarden US-Dollar für einen Vergleich zahlen will, wird dem schwerreichen Clan nun vorgeworfen, sein tatsächliches Vermögen verschleiern zu wollen. Der New Yorker Generalstaatsanwältin Leititia James zufolge hat die Sackler-Familie rund eine Milliarde Euro in die Schweiz überwiesen, um sie vor dem Zugriff der US-Behörden zu verstecken.

Der Transfer sei im Rahmen der Ermittlungen gegen die Familie aufgefallen, so James am Freitag. Die Staatsanwältin hatte im August bei rund 30 Finanzinstituten um Informationen angefragt, um so das Vermögen der Sattlers in Erfahrung zu bringen. Sie habe noch gar nicht alle angeforderten Dokumente erhalten, wisse aber bereits jetzt von besagter Summe, so James: „Allein die Unterlagen eines Finanzinstituts haben Geldtransfers in Höhe von rund einer Milliarde Dollar zwischen den Sacklers, den von ihnen kontrollierten Betrieben und verschiedenen Finanzinstitutionen gezeigt, darunter diejenigen, die Gelder auf Schweizer Konten geschleust haben.“ Ein Sprecher von Mortimer D. A. Sackler räumte ein, dass es die Geldtransfers gab, erklärte aber, sie seien „absolut legal und in jeder Hinsicht angemessen“ gewesen.

Rund drei Milliarden US-Dollar soll die Eigentümerfamilie nach den bisherigen Plänen aus ihrem Privatvermögen beisteuern, was schon im Vorfeld der jetzigen Enthüllung für Kritik sorgte. Auch nach dem Deal würden die Sacklers milliardenschwer bleiben – aus Sicht ihrer Kritiker vor allem erwirtschaftet durch fragwürdige bis illegale Marketingpraktiken, die zum Ausbruch der Opioid-Krise beigetragen hätten.

Dem Wirtschaftsmagazin Forbes zufolge hat die Familie ein Vermögen von rund 13 Milliarden US-Dollar. Mehrere am jüngst geschlossenen Vergleich beteiligte US-Bundesstaaten, darunter New York, Massachusetts, Connecticut, Pennsylvania und North Carolina, gehen jedoch von einer höheren Summe aus. Rund vier Milliarden US-Dollars habe die Familie demnach seit 2007 von Purdue abgezogen und auf Konten im Ausland transferiert.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Anwendung „Clinical Notes“

CompuGroup: Software analysiert Arztbriefe»

Telematikinfrastruktur

eRezept: Gematik lässt ersten Konnektor zu»

Dachpappen in Flammen

Feuer auf Bayer-Dach in Bitterfeld»
Politik

Grippeimpfungen

Hartmann: Kammern sollen schnell liefern»

Ärztemangel

Zu niedrige Gehälter: Gesundheitsämtern fehlen Ärzte»

Digitalisierung

eRezept: TK kooperiert mit Noventi»
Internationales

Augenerkrankungen

Kurzsichtigkeit: Kontaktlinse für Kinder zugelassen»

Reform des Heilmittelgesetzes

Schweiz: Apotheker können Rx ohne Rezept abgeben»

Zweite Apotheke in Eugendorf

Selbstständig – nach 25 Berufsjahren»
Pharmazie

Herzinsuffizienz

Bayer: Erfolg mit Vericiguat»

Nebenwirkungen auch bei niedriger Dosierung

MCP: Massiver Blutdruckanstieg möglich»

Betäubungsmittel

Neue Nebenwirkung: Delirium unter Palexia»
Panorama

Untersuchungshaft

Ärztepfusch: Prozess droht zu platzen»

Neueröffnung nach zehn Monaten

Standortprüfung: Apotheker zählt Kunden von Hand»

Resistenzen

Ärzte und Apotheker: Wissenslücken bei Antibiotika»
Apothekenpraxis

Sonderfall Ersatzkassen

Preisanker: Und Apotheken müssen doch anrufen!»

Veraltete Briefvorlage

BKK: Aus Versehen Versender empfohlen»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

MC-Prüfung bei der Revision»
PTA Live

Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin D: Aus dem Mangel in die Überdosierung»

Veterinärmedizin

Tierische Hausapotheke: Alles für Hund & Katz»

LABOR-Download

Checkliste: Arzneimittel-Missbrauch»
Erkältungs-Tipps

Husten bei Kindern

Pseudokrupp: Lebensbedrohliche Atemnot»

Heilpflanzenporträt

Echinacea: Die Erkältungspflanze»

Erkältungsbalsam

Frei Atmen dank ätherischer Öle»
Magen-Darm & Co.

Darmerkrankungen

Divertikel: Darmausstülpungen mit Risiken»

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Zöliakie: Gluten vs. Darm»

Heilpflanzenporträt

Sennesfrüchte: Natürlich abführen mit Einschränkungen»
Kinderwunsch & Stillzeit

Wochenbettdepression

Vom Tief nach der Geburt»

Behördengänge

Geburtsurkunde, Krankenkasse & Co. – An alles gedacht?»

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»