Myelofibrose

FDA: Comeback für Fedratinib APOTHEKE ADHOC, 20.08.2019 12:04 Uhr

Berlin - Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Celgene die Zulassung für Inrebic (Fedratinib) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit bestimmten Arten von Myelofibrose erteilt. Nachdem der Wirkstoff unter Sanofi vor einigen Jahren aufgrund von schwerwiegenden Nebenwirkungen scheiterte, gibt es nun ein Comeback – und einen Rivalen für Jakavi (Ruxolitinib, Novartis) – dem einzigen anderen Medikament, das seit 2011 für diese Indikation zugelassen ist.

Fedratinib galt lange Zeit als potenzieller Blockbuster: 2013 wurde die Behandlung mit dem Wirkstoff jedoch durch die FDA gestoppt, nachdem einige Patienten eine sogenannte „Wernicke-Enzephalopathie“ entwickelten, ­ eine gefährliche neurologische Erkrankung, die mit einem Vitamin B-Mangel zusammenhängt. Das laufende Programm aus sieben klinischen Studien wurde abgebrochen und gestrichen. Anfang 2016 nahm sich John Hood der Sache erneut an: Er hatte den Wirkstoff unter Sanofi mitentwickelt und beschloss, mit seinem eigenen Unternehmen Impact Biomedicines die Rechte zurückzukaufen und Zulassungen zu erwirken.

Nachdem die klinischen Studien bei Sanofi beendet waren, wurden die betroffenen Patienten auf die Standardversorgung umgestellt und bekamen einen Rückfall. Hood stellte die These auf, dass die Nebenwirkungen, die die Aufsichtsbehörden im Jahr 2013 alarmierten, auf eine geringe Anzahl von Thiaminmangel-Fällen zurückzuführen seien, die mit der hohen Stoffwechselrate von Krebspatienten und der Unterernährung zusammenhängen. Anfang 2018 kaufte Celgene schließlich Impact Biomedicines: Unter dem Namen Inrebic kommt der Wirkstoff nun auf den Markt und wird bald in das Portfolio aufgenommen.

Inrebic ist ein selektiver, oraler Kinaseinhibitor mit Aktivität gegen die mutationsaktivierten Janus-assoziierten-Kinasen-2 (JAK2) und FMS-ähnlichen Tyrosinkinasen 3 (FLT3): Diese sind an der Signalübertragung in der Zelle beteiligt. Bei Myelofibrose-Patienten ist diese Übertragung gestört, was eine übermäßige Bildung von Blutzellen zur Folge hat. Dies führt zu einer Vergrößerung der Leber und der Milz. Das Arzneimittel ist für die Behandlung von primärer oder sekundärer Myelofibrose mit mittlerem oder hohem Risiko zugelassen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Corona-Krise

Spahn weist Verantwortung für Versäumnisse zurück»

Erste Covid-Therapie am Markt

Remdesivir ist zugelassen»

Weitere Antikörper-Studie

Helmholtz-Institut wertet 60.000 Blutproben aus»
Markt

JETZT LIVE

VISION.A 2020: Das Finale der Start-Up Audition »

Vorstand entschuldigt sich auf Kontoauszügen

Apobank: Probleme bei Rechnungsabschlüssen»

Noventi + Noventi Health = Noventi

Umstrukturierung bei Noventi: Aus zwei mach eins»
Politik

PDSG passiert Bundestag

eRezept kann kommen – DAV will Pilotprojekt ausweiten»

Bayer, Merck, Beiersdorf, Fresenius & Co

Pharmakonzerne boykottieren Facebook»

Flyer-Aktion kurz vor der Sommerpause

Boni-Verbot oder RxVV: Abda treibt Abgeordnete an»
Internationales

Führungswechsel

EMA: Pharmazeutin als neue Geschäftsführerin»

Risiko weiterhin hoch

Schweinepest: Fester Zaun geplant»

Veränderte Zusammensetzung

Levothyrox: Merck muss Schadenersatz zahlen»
Pharmazie

Pilz & Entzündung

Tabuthema: Fußpilz»

Verantwortungsbewusster Einsatz

Fosfomycin: Besser in Kombination»

Wenig Arztbesuche, schlechte Compliance

Migräne: Viele Patienten sind unterversorgt»
Panorama

12 Jahre Gefängnis für Pfusch-Apotheker

Zyto-Skandal: BGH weist Revision zurück – Urteil rechtskräftig»

Apotheke schließt nach 209 Jahren

„Uns hat die Arbeit immer sehr viel Freude gemacht“»

Musik als Gute-Laune-Medizin

Apothekerin und Arzt: Sommerhit gegen Corona-Blues»
Apothekenpraxis

Ermittlungen gegen zwei Apotheker

Noscapin-Hustensaft: Geldstrafe für Rezepturfehler»

Temperaturkontrolle in der Apotheke

Klimaanlage und Corona: Was ist richtig?»

Umsatzdelle im Mai

Kundenschwund: Mit Flyern gegen leere Apotheken»
PTA Live

Mehr Tragekomfort, weniger Beschwerden

Aromatipps für die Maske»

Diuretika, Antibiotika und Johanniskraut

Phototoxische Reaktionen der Haut»

PTA-Schule Paderborn trotzt Corona

Examen 2020: Überdurchschnittliche Ergebnisse»
Erkältungs-Tipps

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»

Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung

Infekte in der warmen Jahreszeit»
Magen-Darm & Co.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Schubweises Leiden»

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»

Engmaschige Vorsorgemöglichkeiten

Risikoschwangerschaft: Von Fruchtwasseruntersuchung und iGeL»

Hygienemaßnahmen bieten Schutz

Covid-19 in der Stillzeit: Was ist zu beachten?»
Medizinisches Cannabis

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»
HAUTsache gesund und schön

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»

Sommerzeit = Sonnenbrandzeit

Sonnenschutz: Mindestens LSF 30»