Rückrufwelle

Valsartan: Hexal und Aliud eröffnen Tag 2 APOTHEKE ADHOC, 06.07.2018 10:41 Uhr

Die ersten Medien haben das Thema bereits aufgegriffen, in den Apotheken stehen seit Donnerstag verunsicherte Patienten, die nicht wissen, wie sie sich weiter verhalten sollen. Patienten werden gebeten, valsartan-haltige Arzneimittel nicht eigenmächtig abzusetzen, ohne mit dem Arzt zuvor Rücksprache zu halten. Laut BfArM ist das gesundheitliche Risiko bei Absetzen der Arzneimittel höher als das potenzielle Risiko der Verunreinigung. „Ein akutes Patientenrisiko besteht nicht“, so das BfArM.

Anders als bei früheren Rückrufwellen, wo gefälschte Studien von indischen Dienstleistern der Auslöser waren, geht es diesmal nicht um den Entzug der Zulassung, sodass formal nicht das BfArM, sondern die für die jeweils ansässigen Hersteller zuständigen Aufsichtsbehörden in den Ländern zuständig sind. Die Generikahersteller evaluieren die Angelegenheit gerade und hoffen, am Abend mehr Klarheit zu haben.

Valsartan ist seit 1996 auf dem Markt und seit 2011 patentfrei. Mit 4,3 Millionen Verordnungen gehört der Blutdrucksenker laut Arzneiverordnungsreport zu den am häufigsten eingesetzten Arzneimitteln. 2016 gaben die Kassen 95 Millionen Euro für entsprechende Produkte aus. Auf die Kombination mit Hydrochlorothiazid entfallen weitere 2,5 Millionen Verordnungen und 85 Millionen Euro.

Als Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist wird Valsartan zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und zur Vorbeugung nach einem Herzinfarkt eingesetzt. Eine mögliche Rückrufwelle könnte die Versorgungslage weiter verschlechtern. Den Apotheken fehlt es aktuell an Valsartan 160 mg von Abz und Heumann; seit Anfang Juni stehen die Arzneimittel auf den Defektlisten. Der Arzneistoff besitzt eine selektive Wirkung auf den AT1-Rezeptor-Subtyp, der für die bekannten Effekte von Angiotensin II verantwortlich ist. Die Affinität für den AT1-Rezeptor ist zirka 20.000 mal höher als für den AT2-Rezeptor.

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