Europäische Arzneimittelbehörde

Großbritannien will trotz Brexit in der EMA bleiben APOTHEKE ADHOC, 20.07.2018 15:16 Uhr

Berlin - Das britische Parlament hat für einen Verbleib Großbritanniens in der europäischen Arzneimittelagentur EMA gestimmt. Das Vorhaben ist Teil des Weißbuchs von Premierministerin Theresa May, das einen weichen Brexit mit zahlreichen Übergangsregelungen und Kompromisslösungen vorsieht.

Mit denkbar knappen 305 zu 301 Stimmen hatten die Abgeordneten des britischen Unterhauses den Vorschlag Mays aus dem Weißbuch angenommen. Der sieht vor, dass Großbritannien zwar formell den EU-Binnenmarkt und die Zollunion verlässt, aber gleichzeitig eine Art erweiterte Freihandelszone mit der EU eingeht, die nur den Güter-, nicht aber den Personenverkehr umfasst. Dadurch sollen Lieferketten nicht unterbrochen und EU-Qualitätsstandards nicht überprüft werden müssen.

In hoch regulierten Branchen wie Luftfahrt, Energie, Chemie oder eben Arzneimitteln will das Königreich dem Weißbuch zufolge gegen Zahlungen weiterhin an Bord bleiben. Allerdings müsste es dafür die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes in diesen Bereichen akzeptieren, wogegen es bei den Konservativen erhebliche Widerstände gibt.

In den Parlamentsabstimmungen werden noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen, sondern lediglich die Positionen geklärt, auf deren Grundlage May in Brüssel mit der EU über den Brexit verhandeln soll. Bis zu einem Ausstiegsabkommen sind jedoch noch einige dicke Bretter zu bohren, insbesondere in Fragen des Zolls und der grünen Grenze auf Irland.

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