Labor-Debatte #43

Impfen in der Apotheke: Viele offene Fragen APOTHEKE ADHOC, 04.06.2018 10:23 Uhr

Berlin - Je mehr Menschen geimpft sind, desto größer ist der Schutz für die gesamte Bevölkerung. Bei der Erhöhung der Impfquote könnten bald Apotheker helfen – zumindest, wenn es nach dem Willen einiger Funktionäre geht. Die Apothekerschaft ist bei dem Thema jedoch gespalten, wie eine Diskussion der Apotheken-Crowd LABOR zeigt.

Die Apotheke biete einen niedrigschwelligen Zugang zu Impfungen, so die Überzeugung der Befürworter. Die längeren Öffnungszeiten seine patientenfreundlicher als die Sprechstundenzeiten der Ärzte. Zusätzlich könnten die ohnehin schon überlasteten Ärzte durch die impfenden Apotheker entlastet werden.

  • „Man sollte es einmal als Möglichkeit sehen. Die Arztpraxen sind überfüllt, wir hätten die Räumlichkeiten und könnten niederschwellig Zugang zu einigen Impfungen verschaffen.“
  • „Da Ärzte grundsätzlich überlastet sind, ist Impfen in Apotheken ein guter Plan.“
  • „Die Schweizer Kollegen beweisen seit Jahren, dass es geht!“

Schweizer Apotheker haben schon lange mehr Rechte als ihre deutschen Kollegen. Und in Frankreich wurde den Pharmazeuten kürzlich ebenfalls die Impfkompetenz zugesprochen. Was bei unseren Nachbarn funktioniert, kann doch auch bei uns nicht schaden, so die Argumentation der Befürworter.

Die Idee vom Impfen in der Apotheke ist noch nicht ausgereift. Es gibt viele offene Fragen. So verfügen Apotheker nicht über die nötige Ausbildung, auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind noch nicht geschaffen.

  • „Dafür müsste eine umfassende Schulung angesetzt werden. Aber vom Prinzip her empfinde ich das als einen Schritt in die richtige Richtung.“
  • „Bei dem, was Apotheker wissen müssen, sollte die Kompetenz mehr als vorhanden sein.“
  • „Das soll doch bitte eine ärztliche Tätigkeit bleiben. Der Pieks ist ja wohl Körperverletzung und es gehört ja wohl mehr dazu, zu entscheiden, ob geimpft werden kann.“
  • „Jegliche Applikation oder Verabreichung eines Medikamentes, selbst in akuten oder lebensbedrohlichen Notfällen, sowie auf Bitte, auch bei ärztlich gesicherter Diagnose, Indikation und Therapie ist strafbar und kann durchaus die Berufserlaubnis kosten.“

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