Honorargutachten

5,80 Euro: Maximal 11 Minuten pro Rezept Lothar Klein, 11.12.2017 14:54 Uhr

Im Jahr 2016 hätten die Vor-Ort-Apotheken über alle Non-Rx-Produkte Preisnachlässe gegenüber dem AVP in Höhe von 8,3 Prozent auf Arzneimittel und 10,8 Prozent auf Nichtarzneimittel gewährt. „Die Versandapotheken gewährten 33,6 Prozent auf Arzneimittel und 25,4 Prozent auf Nichtarzneimittel“, so das Gutachten. Kosten- und erlösrelevant seien auch die gestiegenen Werbeausgaben der Pharmaindustrie.

Diese seien seit 2010 um 62 Prozent gestiegen: „Es ist daher anzunehmen, dass Non-Rx-Produkte gegebenenfalls auch kostendeckend abgegeben werden könnten.“ Hier bestehe für die Apotheken grundsätzlich ein Handlungsfeld, „sei es durch Preisgestaltung oder Verhandlungen mit den Herstellern“. Eine Subventionierung sei durch die AMPreisV weder gedeckt noch vorgesehen.

Deutlich zu viel Honorar erhalten aus Sicht der Gutachter vor allem Zytostatika herstellende Apotheken. Statt kostendeckende 177,3 Millionen Euro erhielten die 300 Zyto-Apotheken 410,4 Millionen Euro: „Die kostendeckende Vergütung ist weniger als die Hälfte der bisherigen Zuschläge.“ Der jährliche Gewinn der Zyto-Apotheke liege trotz hoher Kostenstruktur in der Regel bei „0,5 bis 1,8 Millionen Euro. 25 Prozent der Zyto-Apotheker verdienen mehr, im Extrem bis zu sieben Millionen Euro im Jahr 2015.“ Der durchschnittliche Gewinn einer Apotheke liege hingegen zwischen 32.000 Euro und 200.000 Euro. Bei diesem Spitzenwert seien die Zyto-Apotheken eingerechnet.

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