Rezeptur- oder Fertigarzneimittel?

Cannabisextrakt: Gericht fordert Arzneimittelzulassung Deniz Cicek-Görkem, 25.10.2018 13:49 Uhr

Das Rezept mit solchen Cannabis-haltigen Zubereitungen werden mit der Sonder-PZN 06460665 bedruckt. Für das Rezepturarzneimittel wird ein Festzuschlag von 8,35 Euro gemäß § 5 Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) abgerechnet. Weiterhin wird ein Festzuschlag von 90 Prozent auf die Apothekeneinkaufspreise ohne Umsatzsteuer für Stoffe und erforderliche Verpackung, ein Rezepturzuschlag sowie die Umsatzsteuer erhoben. Allerdings wird auch auf das Rezepturhonorar der Kassenabschlag von 1,77 Euro fällig. Die Kassen zahlen für das Betäubungsmittelrezept 2,91 Euro einschließlich Mehrwertsteuer.

Wie würde das Apothekenhonorar aussehen, wenn die Tropfen als Fertigarzneimittel auf dem Markt wären? „Bei der Abgabe von Fertigarzneimitteln, die zur Anwendung bei Menschen bestimmt sind, durch die Apotheken sind zur Berechnung des Apothekenabgabepreises ein Festzuschlag von 3 Prozent zuzüglich 8,35 Euro zuzüglich 16 Cent zur Förderung der Sicherstellung des Notdienstes sowie die Umsatzsteuer zu erheben”, heißt es in § 3 AMPreisV.

Die Zahlen legen nahe, dass Apotheker an der Rezeptur mehr verdienen als bei einer Abgabe als Fertigarzneimittel. Doch in der Apothekerschaft wird die Höhe des aktuelle Rezepturzuschlags trotz der Honorarerhöhung im vergangenen Jahr im Zuge des Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetzes (AM-VSG) als unzureichend angesehen, da die Identitätsprüfungen sehr aufwendig und die entsprechenden Honorare nicht kostendeckend sind.

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