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ZDF: „Wiso“ erklärt Vitamin D Nadine Tröbitscher, 09.01.2018 15:04 Uhr

Laut Robert-Koch-Institut sind im Winter 82 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 79 Jahren unzureichend mit Vitamin D versorgt. 52 Prozent sind mangelhaft und 30 Prozent nur suboptimal versorgt – 18 Prozent der Bevölkerung ausreichend. Im Sommer verschiebt sich der Anteil, in der sonnigen Jahreszeit ist der Status bei zwei von drei Deutschen ausreichend.

Soll die Reporterin vorsorglich Vitamin D substituieren? Die Frage soll Professor Dr. Matthias Weber, Leiter der Endokrinologie der Universitätsmedizin Mainz, beantworten. Der Experte sieht keinen Grund zur Sorge, ohnehin müsse nicht jeder dem Körper im Winter automatisch Vitamin D zuführen. Das Sonnenvitamin könne auch über die Nahrung zur Verfügung gestellt werden. Enthalten in fettem Käse, Fisch, Ei, Champignons oder Avocado, können pro Tag laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) zwei bis vier Mikrogramm über Lebensmittel aufgenommen werden. Der Tagesbedarf, gewonnen aus Nahrung, Tabletten und Sonne, liegt jedoch bei 20 Mikrogramm. Eine Substitution wird nur Risikogruppen empfohlen.

Im Internet würden wahre Lobeshymnen auf Vitamin D gesungen. Vor allem hochdosiert soll es wahre Wunder bewirken. Weber warnt jedoch vor ernsthaften Nebenwirkungen infolge einer hochdosierten Zufuhr. Welche Menge über Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden solle, müsse der Arzt festlegen. Die Studien zu Vitamin D liefern laut Weber nur „enttäuschende Ergebnisse“. Bislang gebe es in großen randomisierten Studien keine klinisch relevanten positiven Effekte für nicht skelettbezogene Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden oder Krebs. Auch Metaanalysen lieferten keine sehr guten Effekte. Der Hype werde vergehen, so Weber.

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