Supplementation

Calcium/Vitamin D: Öko-Test empfiehlt Arzneimittel Deniz Cicek-Görkem, 01.09.2017 13:56 Uhr

Berlin - Der Tagesbedarf an Calcium wird häufig durch die Nahrung gedeckt, ein Mangel an Vitamin D besteht nur etwa bei einem Drittel der Erwachsenen. Dennoch nehmen viele gesunde Menschen diese Kombination in Form von Supplementen ein. Öko-Test untersuchte in der aktuellen Ausgabe Kombinationspräparate mit Calcium und Vitamin D. Das Verbrauchermagazin kommt zu dem Ergebnis, dass die Nahrungsergänzungsmittel (NEM) für Gesunde ohne Nutzen sind. Die Arzneimittel sind dagegen nützlich, schon weil sie Arzneimittel sind.

Insgesamt wurden 42 Kombinationspräparate untersucht, darunter 18 Arzneimittel und 24 Nahrungsergänzungsmittel. Zur Analyse wurden hauptsächlich Brausetabletten herangezogen, aber auch Trinkgranulate und Tabletten wurden getestet. In die Bewertung gingen verschiedene Faktoren wie Wirksamkeitsbelege, Nutzen für den gesunden Verbraucher, Inhaltsstoffe und Deklaration ein. Die Kombination aus Calcium/Vitamin D wird in der unterstützenden Therapie der Osteoporose in Form von Arzneimitteln eingesetzt.

Die als Arzneimittel deklarierten Produkte haben Öko-Test in jeder Hinsicht überzeugt und wurden mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Das liegt schon daran, dass sie wegen der Zulassung auf die Zielgruppen ausgerichtet sind und dass die Wirksamkeit für die deklarierte Indikation nachgewiesen wurde. Zu den Spitzenreitern gehören beispielsweise die Präparate von Betapharm, Stada und Hexal. Zudem punkten die Beipackzettel sowie die Hilfsstoffe in der Untersuchung. Mit einem „gut“ wurden die Präparate beispielsweise von Ratiopharm, Verla und Mylan Dura ausgezeichnet. Auch in der Kategorie „weitere Mängel“ schnitten die Produkte aus der Apotheke gut bis sehr gut ab.

Anders sieht es bei den NEM aus: Hier fielen alle 24 Mittel durch, da laut Öko-Test kein Nutzen für den gesunden Verbraucher ersichtlich ist. Beurteilt wurde dies von Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz der Universität Frankfurt. Einige Präparate sind auch aus der Apotheke bekannt, zum Beispiel die Produkte von Medicom und Dr. Scheffler. 18 Produkte enthalten künstliche Süßstoffe und bei 20 fanden sich Aromen in der Zutatenliste, was zu einem Punktabzug im Bereich der Kategorie „bedenklichen/umstrittenen Inhaltsstoffe“ geführt hat. Nur 4 von 24 Produkten waren frei von derartigen Substanzen.
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