Repetitorium Nahrungsergänzungsmittel

Kein Vitamin D mit HCT Nadine Tröbitscher, 06.04.2017 11:41 Uhr

Berlin - „Ist ja nur ein Nahrungsergänzungsmittel“ – ist in einigen Fällen eine Abfuhr, die Apotheker in puncto Beratung erhalten können. Das vermeintlich ungefährliche Produkte mit Arzneimitteln Wechselwirkungen eingehen können, zeigt das Beispiel Hydrochlorothiazid und Vitamin D.

Fall: Eine ältere Dame möchte Vitamin-D-Tabletten kaufen, diese nehme sie immer über die dunkle Jahreszeit. Auch wenn die Sonne schon mehr scheint, möchte sie noch einige Wochen das Sonnenvitamin einnehmen. Ihre Augen reagieren empfindlich auf das helle Licht, daher könne sie nicht über eine lange Zeit in der Sonne sein.

Der Arzt könne die Tabletten ja nicht verschreiben, da es sich ja nur um ein Nahrungsergänzungsmittel (NEM) handele. Demnach könne sie das Produkt ja unbegrenzt einnehmen. Auf die Frage welche Medikamente sie einnehme, wolle sie nicht antworten. Ist ja nur ein ungefährliches NEM, das sich schon mit ihrer Dauermedikation vertrage. Sie gibt dennoch an, Hydrochlorothiazid (HCT) einzunehmen.

Analyse: Die gleichzeitige Einnahme von Vitamin D und HCT kann unter Umständen zu einem erhöhten Calciumspiegel in Plasma und Urin führen. Grund für die Hyperkalzämie ist eine verminderte renale Calciumausscheidung.

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