Stoffwechselerkrankungen

Vitamin D: Joker gegen Diabetes Nadine Tröbitscher, 08.05.2017 11:32 Uhr

Berlin - Sonnenlicht und brüchige Knochen sind vielleicht die ersten Schlagworte, die man mit Vitamin D in Verbindung bringt. Dass möglicherweise ein Zusammenhang zwischen einem Mangel des Steroidhormons und der Entstehung von Diabetes Typ 1 und 2 besteht, wird seit Längerem diskutiert. Vitamin D soll die Insulinempfindlichkeit und den Zuckerstoffwechsel verbessern.

Vitamin D und Diabetes – das Duo wird seit vielen Jahren in Studien untersucht. Bereits vor 15 Jahren sorgte eine finnische Studie für Aufsehen. Mehr als 10.000 Kinder wurden über 30 Jahre beobachtet. Studienteilnehmer, die ab dem ersten Lebensjahr mit Vitamin D supplementiert wurden, hatten ein etwa 80 Prozent geringeres Risiko an Diabetes Ty 1 zu erkranken. In Finnland ist die Rate an Neuerkrankungen am häufigsten. Womöglich kann das Risiko auf die geographische Lage und die verminderte Sonneneinstrahlung zurückgeführt werden.

Das Steroidhormon soll sich ebenfalls positiv auf Diabetes Typ 2 auswirken. So könnte Vitamin D die Insulinausschüttung aus den Beta-Zellen des Pankreas' stimulieren und die Zellen vor einer Zytokin-induzierten Apoptose schützen.

Schon seit den 70er-Jahren ist bekannt, dass sich auf den pankreatischen Beta-Zellen Vitamin D-Rezeptoren befinden und dass somit ein Hinweis auf eine Rolle bei der Blutzuckerkontrolle besteht. Die Rezeptoren beeinflussen die intrazelluläre Signalkette und könnten somit die Insulinsekretion beeinflussen. Zudem könnten Vitamin D und seine Analoga proinflammatorische Zytokine hemmen, die an dem Untergang von Beta-Zellen beteiligt sind.

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