Personalmangel und Überalterung

Das große Apothekensterben – kommt erst noch dpa/APOTHEKE ADHOC, 10.02.2019 15:31 Uhr

Berlin - In den neuen Bundesländern ist die Zahl der Apotheken in den vergangenen zehn Jahren weniger stark gesunken als im alten Bundesgebiet. Doch zwischen Ostsee und Erzgebirge macht man sich keine Illusionen: Fachkräftemangel, Überalterung und demografische Entwicklung werden für drastische Einschnitte sorgen.

Erste Station: Sachsen. Hier gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Schließungen, wenn der Rückgang auch weniger ausgeprägt war als in den alten Bundesländern. „Das wird sich auf niedrigem Niveau auch in den nächsten Jahren fortsetzen“, prophezeit der Geschäftsführer der Sächsischen Landesapothekenkammer (SLAK), Frank Bendas. Er führt den jetzigen Rückgang unter anderem auf den schärfer gewordenen Wettbewerb vor allem in den größeren Städten zurück. In den ländlichen Regionen wiederum suchten manche Inhaber, die in den Ruhestand gehen wollten, vergeblich nach einem Nachfolger.

Das sächsische Gesundheitsministerium sieht die flächendeckende Versorgung mit Apotheken als gesichert. Die Apothekenschließungen der vergangenen Jahre hätten vor allem in den größeren Städten stattgefunden. Eine Unterversorgung sei nicht sichtbar und werde auch nicht erwartet. „Die Versorgung mit Apotheken ist gut“, sagt Ministerin Barbara Klepsch (CDU).

Verbandschef Thomas Dittrich glaubt, dass sich die meisten Apotheken in Sachsen halten werden, schon weil im Land überdurchschnittlich viele ältere Menschen lebten, die mit Arzneimitteln versorgt werden müssten. Allerdings: „Sollte sich die wirtschaftliche Situation der Apotheken wegen des ungleichen Wettbewerbs mit dem ausländischen Versandhandel verschlechtern, wird das Versorgungsnetz leiden“, sagt er. Bei den frei verkäuflichen Arzneimitteln habe der Versandhandel schon jetzt einen nicht unerheblichen Marktanteil, was zu Umsatzverlusten geführt habe. Es werde beobachtet, dass Patienten zwar gern die Beratung in den Apotheken in Anspruch nähmen, das Medikament dann aber wegen der gewährten Boni und Rabatte beim günstigeren ausländischen Versandhändler bestellten.

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