Preisportal als Plattform

Apomio-Aufträge landen in Apotheken

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Berlin -

Das Preisportal Apomio will eine Bestellplattform aufbauen. Kunden sollen künftig nicht mehr nur nach dem günstigsten Preis eines Arzneimittels bei Versandapotheken suchen, sondern auch Produkte per Click & Collect in der Vor-Ort-Apotheke reservieren. Über einen Dienstleister werden die Daten von 6500 Apotheken genutzt. Die neuen Partner wurden vorab per Rundschreiben informiert.

Kunden können bei Apomio in fünf Klicks ein OTC-Arzneimittel vor Ort hinterlegen lassen. Dazu müssen sie nach der Produktwahl auf „Vor Ort reservieren“ auswählen. Das Feld wird oberhalb der Spalte mit den Preisen der gelisteten Versandapotheken angezeigt. Im Anschluss muss ein Ort ausgewählt werden. Dann werden die Vor-Ort-Apotheken gelistet. Hier wird es unübersichtlich, denn nicht alle sind mit dem Portal vernetzt.

Aktuell sind laut Apomio die Daten von rund 6500 stationären Apotheken hinterlegt. Nur bei ihnen erscheint der Hinweise „Medikamente reservieren“. Über einen Klick darauf kann der Kunde das Produkt noch einmal wechseln und weitere hinzufügen sowie seinen Kontakt hinterlegen. „Über eine Schnittstelle (API) werden die bei uns erfassten Medikamenten-Reservierungen direkt an die teilnehmenden Apotheken weitergeleitet“, sagt Projektleiterin Eleni Barth. Der Nutzer habe die Wahl, ob er das Produkt online über eine Versandapotheken bestellt oder vor Ort in seiner Nähe kauft.

Die Funktion gilt nur für Apotheken, die über den Kooperationspartner kommen. Sie nähmen automatisch teil, so Barth. Die Daten der Vor-Ort-Apotheken werden vom Deutschen Apotheker Verlag bereitgestellt. Apomio will sich nicht zum Dienstleister äußern. Eine Berliner Apotheke wurde von dem Service überrascht. Die Filialleiterin wusste nichts von der Kooperation. Das vorherige Rundschreiben sei im Spam-Ordner gelandet, sagt sie.

Die Berliner Apotheke nutzt das Website-Angebot apotheken.de des Stuttgarter Verlags. Sie wurde nicht aktiv gefragt, ob sie bei der Apomio-Vorbestellfunktion teilnehmen will. Mit der Nutzung von apotheken.de sei man automatisch dabei, sagt sie. Datenschutzrechtlich sei die Weitergabe abgesichert. Die Verbraucher erhalten in der Reservierungsbestätigung die Telefonnummer und E-Mail-Adresse der Apotheke, um mögliche Änderungen durchgeben zu können.

Die Kunden werden zudem informiert, wenn das Produkt abholbereit ist. In der E-Mail verabschiedet sich auf dem ersten Blick die ausgewählte Apotheke. In der Signatur wird aber darauf verwiesen, dass es sich um einen Service von Apotheken.de/DAN Netzwerk Deutscher Apotheker handelt. Apomio sieht seitens der Inhaber eine gewisse Nachfrage für den Service: „In Gesprächen mit Apothekern und Apothekerinnen erfahren wir immer wieder, dass Offenheit und Interesse für dieses Thema besteht“, so Barth. Zusätzliche Kosten entstehen den Apotheken nicht.

Auch verschreibungspflichtige Arzneimittel können vorbestellt werden. Die Vorbestellfunktion von Produkten bei Vor-Ort-Apotheken kündigte Apomio bereits vor knapp zwei Jahren an. Damals hieß es, dass nicht ungefragt Aufträge in die Apotheke geschickt werden sollten. „Unser Anspruch ist es, Direktverträge mit Apotheken zu schließen, um auch den stationären Apotheken den digitalen Absatzkanal zu erschließen“, sagte die damalige Projektleiterin. Apomio wird laut eigenen Angaben monatlich von rund 200.000 Nutzern besucht. Gelistet sind 90 Versandapotheken. Rund 300 stationäre Apotheken veröffentlichten Sonderangebote über das Portal. Insgesamt seien rund 4000 Angebote von Vor-Ort-Apotheken eingebunden. Geschäftsführer von Apomio ist Michael Amtmann. Das Unternehmen gehört zum Medienkonzern Müller Medien.

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