Prä-Expositionsprophylaxe

Klocke: PrEP kann auch zur seelischen Gesundheit beitragen Nadine Tröbitscher, 04.06.2018 13:06 Uhr

Klocke lässt sich regelmäßig von seinem Hausarzt, der zu den HIV-Schwerpunktärzten gehört, checken. „Die erste Untersuchung habe ich selbst bezahlt. Die bisherigen Folgekontrollen waren für mich kostenlos.“ Selbst zahlen muss Klocke – wie alle PrEP-Nutzer – das Arzneimittel. Bei Geringverdienern und ALG-Empfängern sollten die Kosten übernommen werden, so Klocke. Für eine Kostenübernahme für alle ist der Politiker allerdings nicht. „Entgegen der Meinung der Aidshilfe“ wie Klocke sagt. „Die Therapiekosten haben einen Quantensprung von etwa 800 Euro auf etwa 50 Euro gemacht. Da sehe ich noch Potenzial. Wünschenswert ist ein Preis von 20 bis 30 Euro, der von den Normalverdienern selbst gezahlt wird.“ Kassen sollten lediglich bei Personen mit geringem Einkommen die Kosten übernehmen.

Der Politiker fordert Ärzte und Apotheker auf, sich fort- und weiter zu bilden. Die hochwirksame Therapie erfordere eine ausführliche und kompetente Beratung. Schließlich handele es sich nicht um eine Partydroge. Klocke, der seit vielen Jahren im Bundestagsabgeordneten und früheren Grünen-NRW-Landesvorsitzenden Sven Lehmann einen Lebenspartner gefunden hat, will, dass das Arzneimittel kein Abenteuer ist.

Der Landtagsabgeordnete hat eine kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet und eine „aufgeschlossene Antwort“ erhalten. Auch die sieht in der PrEP einen wichtigen Baustein zur HIV-Prävention. Allerdings sei zu beachten, dass die PrEP keinen Schutz vor anderen übertragbaren Infektionen biete. Klocke und Kollegen fragten außerdem zum Projekt „Fast Track Cities“ der Vereinten Nationen. In Berlin erhalten etwa 1000 Angehörige der Risikogruppe das Arzneimittel kostenlos. Die Politiker wollten wissen, ob die Landesregierung an einer Beteiligung interessiert sei. Die Antwort lautet klar „Nein“. Eine Beteiligung für NRW sei nicht geplant, da die Initiative davon ausginge, „dass große Städte den Hauptanteil der globalen HIV- und Aids-Last tragen. […] Als Flächenland ist NRW hier nicht der richtige Partner“.

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