Rabattverträge

Hersteller: GSAV hilft nicht gegen Lieferengpässe APOTHEKE ADHOC, 16.08.2019 11:36 Uhr

Berlin - Pro Generika kritisiert das heute in Kraft tretende Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) als nutzlos für die Versorgungssicherheit. Die Regelungen des GSAV würden nichts an den derzeitigen Lieferengpässen ändern, so der Branchenverband.

Eigentlich soll das GSAV als Reaktion auf die Skandale um die Alte Apotheke in Bottrop und den Brandenburger Importeur Lunapharm vor allem die Arzneimittelsicherheit erhöhen. Bundes- und Länderbehörden sollen künftig besser zusammenarbeiten und Apotheken sowie Herstellbetriebe stärker kontrolliert werden. Der Bund erhält erweiterte Befugnisse, um für Arzneimittelsicherheit zu sorgen. Informationen über die Hersteller der Wirkstoffe in Arzneimitteln werden in Zukunft öffentlich zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde die Importförderklausel reformiert.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollte sich mit dem Gesetz aber auch des stetig wachsenden Problems der Lieferengpässe annehmen. So werden die Krankenkassen nun in §130a Absatz 8 Satz 9 des SGB V angehalten, bei Rabattverträgen künftig „die Vielfalt der Anbieter und die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung der Versicherten zu berücksichtigen“.

Pro Generika setzt allerdings nicht allzu viel Hoffnung in diesen neuen Passus. Er bilde nämlich lediglich ab, was ohnehin schon in den Rabattverträgen stehe. „An der Vergabepraxis bei Rabattverträgen wird sich daher nichts ändern“, so der Verband. „Die Passage im GSAV hat lediglich appellativen Charakter und verpflichtet die Krankenkassen zu nichts“, kritisiert Geschäftsführer Bork Bretthauer. Der Vorschlag, die Versorgungssicherheit zu stärken, indem bei Rabattverträgen mindestens drei Hersteller eingebunden werden müssen, habe auf dem Tisch gelegen – er sie jedoch nicht berücksichtigt worden. „Das Problem der Lieferengpässe wird wohl bestehen bleiben, zum Leidwesen der Patienten“, so Bretthauer.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Generikakonzerne

Neues Labor für Teva-Azubis»

Sorge vor ungeordnetem Brexit

Merck stockt Arzneilager auf»

Versandapotheken

Aponeo: Saison- und Bündelangebot»
Politik

FDP-Vize glaubt nicht an AKK

K-Frage: Kubicki setzt auf Spahn»

Drogenpolitik

Lauterbach: Cannabis soll Ordnungswidrigkeit werden»

Umstrittener Glossareintrag

BMG: Botendienst statt Online-Apotheke»
Internationales

DisposeRx

Altmedikamente: Gelklumpen statt Toilette»

12-Milliarden-Vergleich

Purdue: 1,5 Milliarden für Mundipharma»

USA

Kalifornien verschärft Impfpflicht für Kinder»
Pharmazie

Multiple Sklerose

Interferon beta: Keine Auswirkungen auf Schwangerschaft»

Droht die nächste Rückrufwelle?

NDMA: EMA prüft Ranitidin»

OTC-Switch

Desloratadin: Hexal gewinnt gegen BMG»
Panorama

Chemikalienunfall

Feuerwehr mit Atemmaske, Kammer mit Gebührenbescheid»

WHO

Behandlungsfehler: Jede Minute sterben fünf Menschen»

Bargeld und Medikamente gestohlen

Brachiale Methoden bei Apothekeneinbrüchen»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Roter Afghane»

APOSCOPE-Umfrage

Jedes dritte Warenlager ist fremdfinanziert»

Exklusivvereinbarung

Noventi und Gehe finanzieren Apotheken»
PTA Live

Nahrungsergänzungsmittel

Magnetrans als Zweiphasentablette»

Überarbeitete Leitlinien

Abgrenzung Wirk- und Hilfsstoffe»

Jubiläum

50 Jahre PTA-Lehrakademie Köln»
Erkältungs-Tipps

Bakterielle Infektionen

Mittelohrentzündung: Superinfektion des Ohrs»

Atemwegserkrankungen

Wenn der Hals dick wird»

Psychogene Erkrankungen

Wenn die Psyche Husten hat»
Magen-Darm & Co.

Verdauungsorgane

Bauchspeicheldrüse: Ein Organ, zwei Funktionen»

Brechdurchfall

Noroviren: Gefürchtet in Kita und Krankenhaus»

Magen-Darm-Beschwerden

Starkes Trio: Fenchel, Kümmel, Anis»
Kinderwunsch & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folat, Jod & Co.»

Der weibliche Zyklus

Von Hormonen, Eisprung und Menstruation»

Schwangerschaft

Das dritte Trimester: Positionswechsel und Gewichtszunahme»