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Apotheker im Kanzleramt Alexander Müller, 23.09.2017 08:05 Uhr

Berlin - Morgen die Wahl, dann die Regierungsbildung. Vieles spricht dafür, dass Angela Merkel (CDU) Bundeskanzlerin bleiben darf. Wenn sie es doch auch so gerne macht. Aber es gäbe schon eine echte Alternative: einen Apotheker als Bundeskanzler – oder eine Apothekerin. Denn keine andere Berufsgruppe bringt mehr Qualitäten mit, die sich in dem hohen Amt exzellent bewähren würden.

Von Frau Merkel weiß man, dass sie sehr zäh ist. Die Kanzlerin benötigt nicht viel Schlaf und kann ausdauernd verhandeln. Ein wichtiges Pfund im Politikgeschäft. Aber ganz ehrlich, wer ist geduldiger als die Apotheker? Wer hunderten von Senioren und zumeist mehrfach erklärt hat, warum sie statt ihres gewohnten Medikaments das Rabattarzneimittel erhalten, den sitzt so leicht niemand aus am Verhandlungstisch.

Und verhandlungserprobt sind die Apotheker: Sie feilschen mit den Krankenkassen um jedes Komma im Rahmenvertrag und mit der Politik um jeden Cent für den Notdienst oder die Rezeptur. Das gilt zwar überwiegend für die Standesvertreter, aber im Alltag haben die Kollegen im Grunde ähnliche Schlachten zu schlagen: Sie verhandeln mit den Kostenträgern über Genehmigungen oder Erstattungen und streiten über absurde Retaxationen. Für höhere diplomatische Aufgaben kann es keine härtere Schule geben.

Ein Kabinett zu dirigieren dürfte Apotheker – gerade Inhaber mit Filialbetrieben – ebenfalls nicht überfordern. Personalführung ist täglich Brot, Motivation auch und so mancher musste schon erhebliche innerbetriebliche Intrigen auflösen. Manchmal ist in diesen und anderen Fragen auch Verschwiegenheit gefragt – für Apotheker berufsbedingt eine Selbstverständlichkeit. In Sachen Klimapolitik, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, ist der Apotheker mit seinem Plastiktütenbann und dem Elektrofahrrad im Botendienst sowieso ganz weit vorn – und CO2

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