Wahlradar-Gesundheit

ABDA: „Mutti“ antwortet nicht Lothar Klein, 22.09.2017 10:34 Uhr

Berlin - Vor den Bundestagswahlen 2009 und 2013 nutzte Kanzlerin Angela Merkel die Apothekerschaft als Wahlkampfbühne: Der Apotheken Umschau gab sie als auflagenstärkster Zeitschrift der Republik ausführliche Interviews. In diesem Wahlkampf schlägt sie einen Bogen um die Apotheker. Kein Umschau-Interview und auch dem ABDA-Wahlradar-Gesundheit antwortet Merkel nicht. Dafür hat sie persönliche Briefe an Apotheker in ihrem Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern geschrieben.

Nach Angaben von Merkels Bundestagsbüro beantwortet die Kanzlerin Anfragen wie von Wahlradar-Gesundheit aus prinzipiellen Gründen nicht. Sonst müsse man auf zahlreiche solcher Wahl-O-Mat-Formate reagieren, hieß es dort. Das will man nicht. Aber persönlich habe die Bundeskanzlerin einigen Apothekern aus ihrem Wahlkreis Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I in Briefen geantwortet. Diese hatten sich zuvor mit Fragen an Merkel gewandt. Über den Inhalt bewahrt Merkels Büro Stillschweigen. Das Wahlkreisbüro bestätigt nur, dass man „einen ganzen Stapel“ Briefe an Apotheker abgeschickt habe.

Auch der Apothekerkammer und dem Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern sind Merkels Briefe inhaltlich nicht bekannt. Allerdings hat man davon gehört und dem Vernehmen nach erfahren, dass Merkel in Sachen Apothekenpolitik und Rx-Versandverbot die Linie der Union mitträgt. Was auch sonst? Schließlich haben CDU und CSU das Rx-Versandverbot als alternativlose Antwort auf das EuGH-Urteil ins Wahlprogramm geschrieben. Und die CSU sammelt sogar im Apothekenlager Spenden mit ausdrücklichem Hinweis auf die Unterstützung für die Apotheken.

Was Merkel über die Apotheken denkt, ist sowieso bereits aus den beiden Interviews mit der Apotheken Umschau bekannt: Mit Blick auf die damalige Diskussion über Rabattverträge mahnte Merkel 2013, die Apotheker müssten „mehr von dem tun, was sie am besten können: ihre Kunden vertrauensvoll beraten“. Die Kanzlerin legte ein klares Bekenntnis zur inhabergeführten Apotheke ab. Apothekenketten werde es unter ihrer Führung nicht geben. Die jetzige Form der inhabergeführten Apotheke habe sich aus ihrer Sicht bewährt, so Merkel: „Daran wird die christlich-liberale Bundesregierung nichts ändern. Seit 2004 haben wir die Möglichkeit des Mehrbesitzes, also dass ein Apotheker bis zu vier Apotheken besitzen kann.

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